Krank durch Internet-Liebe
Dass ungeschützter Sex krank machen
kann, wollen zwar schon viele nicht wissen.
Aber was Wissenschaftler nun herausgefunden
haben, kommt gewiss mindestens ebenso wenig an.
Alarmierend hohe Depressionsraten
Die australische Swinburne University of Technology hat Studien mit Menschen gemacht, die mehr als zwölf Stunden pro Woche auf Pornoseiten, Plattformen für Sex-Kontakte, in Erotik-Chats oder mit Webcam-Angeboten verbringen. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen ihre psychische Gesundheit riskieren, wenn sie Sexseiten im Internet intensiv nutzen. Die Studie zeige, so ein Fazit der Uni, dass Besucher von Erotik-Seiten im Internet „alarmierend hohe Raten“ an Depressionen, Angstgefühlen und Stress aufweisen.
Nun liegt es mir fern, als Laie dieses wissenschaftliche Ergebnis in Frage zu stellen. Was mir jedoch nahe, ja, geradezu auf der Zunge liegt, ist die Frage, ob aus dieser Forschungsarbeit die Quintessenz gezogen werden sollte, die in Medien gezogen wird. Dort lautet das Fazit der australischen Studie nämlich: „Das Internet macht krank“.
Einsamkeit in der Zweisamkeit
Bereits im Jahr 2001 hat die Berliner Humboldt-Universität Internet-User unter die wissenschaftliche Lupe genommen. Ebenso wie die australischen Forscher kamen die deutschen Kollegen zu dem Ergebnis, dass Internet süchtig und somit krank machen kann. Die Berliner Zahlen zeigen aber noch mehr. Die deutschen Wissenschaftler haben all jene Personen, die sie als süchtig bezeichnen, gefragt, ob sie sich alleine fühlen. 73 Prozent antworteten mit einem Ja.
Das heißt jedoch nicht, dass nur Singles auf Suche nach Kontakt über Erotik- und Porno-Seiten surfen. Laut deutscher Studie haben 53 Prozent der gefährdeten Internet-User einen festen Partner, 39 Prozent leben mit dem Partner zusammen, 26 Prozent haben Kinder und 6 Prozent sind allein erziehend. – Zahlen, die ein Bild von Einsamkeit in der Zweisamkeit zeichnen.
Weh tut es nicht erst im Online-Zustand
Seit langem ist wissenschaftlich erwiesen, wie sehr Einsamkeit an der Gesundheit nagt. Sie schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Krebs zu erkranken. Und wer davon verschont bleibt, dem tut Einsamkeit zumindest seelisch weh. Das heißt, Depressionen und Angst befallen den einsamen Beziehungssucher nicht erst im Online-Zustand. Sie machen ihm bereits offline zu schaffen.
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Ach ja: Mit Studien kann man alles belegen, was man nur möchte. Ich gebe keinen Pfifferling darauf. Wieso auch? Schließlich habe ich meine Frau übers Internet kennengelernt! Und bestimmt nicht über eine Sexseite, sondern über eine Social Community. Als wir uns das erste Mal trafen, kannten wir uns bereits sehr gut. Und selbst nach zwei Jahren Ehe sind wir noch verliebt wie am ersten Tag.
Natürlich kann man vereinsamen, wenn man nur noch auf XXX-Seiten surft und weder Partner, ncoh Freunde hat. Man kann auch vereinsamen, wenn man nur liest oder nachts spazieren geht. Irgendeinen Zusammenhang kann ich jedoch zwischen Internet und sozialer Isolation nicht erkennen.
@markus: Meinem Verständnis nach, sagt der Autor in seinem Artikel nichts, was deiner Meinung widerspricht.
Lies mal den letzten Absatz. Da steht, dass die “Einsamkeit” und nicht das “Internet” krank macht. Es ist nur so, dass Menschen, die unter Einsamkeit leiden, verhältnismäßig anfällig für Internetsucht sind.
Grüsse
Das Internet macht bestimmmt nicht krank, wenn man damit gut umgeht.
Das Problem liegt an Leuten, die durch Internet alle normalen menschlichen Beziehungen ersetzen möchten. Die meistens hatten schon psychische Probleme oder Komplexe, die mit der Nutzng vom Internet größer geworden sind.