Unromantische Küsserei

Wenn man liest, was Forscher der britischen
Universität Sussex mit küssenden Paaren angestellt
haben, kann einem durchaus die Lust am Küssen
vergehen.
Küssen unter Aufsicht
Diese Forscher haben ihre menschlichen Labormäuse nämlich zuerst einmal gründlich verkabelt, bevor es zur Sache ging. Das heißt, jeder Knutscher und jede Knutscherin bekam jeweils eine Sonde auf die Stirn und eine an die Schläfe gepappt. Dann ging’s los. Nein, nein, nicht nach nebenan oder sonst wo hin. Die Paare küssten unter Aufsicht. Das mussten sie. Sie taten’s umringt von Menschen in steril weißen Kitteln. Die, die in den Kitteln steckten, hatten keineswegs für eine Peepshow oder Ähnliches bezahlt. Die wurden dafür bezahlt, herauszufinden, was mit küssenden Menschen passiert.
Was ein Kuss ist, kann man ja bereits nachlesen, sollte man aber tunlichst vermeiden. Ich hab’ nämlich so meine Zweifel, ob einer nach der Lektüre noch auf den Geschmack kommt – ich meine, auf den nach ihrem oder seinem Mund. Außerdem, man muss ja nicht alles wissen. Doch bevor mir einer nachsagt, ich würde hier mit Infos geizen, lasse ich sie lieber raus und empfehle allen, die sich ihre Lust auf den Kuss erhalten wollen, ab hier die Augen zuzukneifen und sie erst vier Absätze später wieder zu öffnen.
Nützliches für zwei Personen
Also: In der so genannten „Freien Enzyklopädie“ steht: „Er wird meistens genutzt, um Liebe oder (sexuelle) Zuneigung auszudrücken.“ (Mit „er“ und „genutzt“ ist nicht der Blumenladen oder der Brillantring gemeint, sondern der Kuss.) Des weiteren verkündet die Enzyklopädie: „Normalerweise sind dabei zwei Personen beteiligt, die sich gegenseitig auf die Lippen oder andere Körperstellen küssen.“
Doch das ist noch längst nicht alles, was die Autoren herausgefunden haben: „Beim Küssen aus Zuneigung ist das körperliche Empfinden oft wichtig,“ – behaupten sie. Und außerdem: „Liebesküsse sind oft lang und intensiv (z. B. Zungenkuss).“
Was vor dem Kuss zu beachten ist
Daraus verstehe ich: Wenn diese körperliche Empfindung irgendwann mal so brutal zu empfinden ist, dass es irgendwo am oder im Körper zwickt, schmerzt, juckt, kitzelt oder gar pocht und pulsiert, dann sollte man tunlichst blitzschnell seinen Terminkalender aus der Tasche kramen, um sicher zu gehen, dass die sich anbahnende küssende Tätigkeit zeitlich überhaupt drin ist. Sollte sich dann herausstellen, dass sich tatsächlich ein blöder Termin vor den eigenen verlangenden Lippen aufbaut, ist’s aber gar nicht so schlimm. Denn was ist schon ein Kuss!? Die Enzyklopädie weiß es: „Ein Kuss ist der Körperkontakt mit einer Person oder einem Gegenstand mit dem Munde. Bei Menschen mit den Lippen.“ Sonst nix!
Komisch. Andere, wie zum Beispiel die Chinesen, erklären die Küsserei völlig anders. Die sagen: „Küssen – das ist, als ob man Tee aus einem Sieb trinken sollte: Man bekommt niemals genug davon.“
Der Kuss ist ein Versuch
Für derlei chinesische Romantik hatten die Wissenschaftler der Uni Sussex allerdings überhaupt keinen Sinn. Und es würde sie bestimmt auch nicht lustvoll aus ihren weißen Kitteln reißen, wenn sie hören würden, wie Senta Berger sagt: „Ein Kuss ist der Versuch, unter möglichst intensiver Benutzung der Lippen gemeinsam zu schweigen.“
Durch intensive Benutzung ihrer Laborkabel haben die Forscher nämlich ein richtig süßes Geheimnis gelüftet. Laut “Salzburger Nachrichten” haben sie herausgefunden: Nicht nur der Kussgenuss löst ein wahres Blitzgewitter im Gehirn aus – auch der von Schokolade. Und jetzt kommt’s: „Der Kick, den die Schokolade verursachte, hielt bis zu vier Mal so lange an wie der Effekt eines leidenschaftlichen Kusses – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.“
Fünf Schritte zum Kussgenuss
Was lernen wir daraus? Erstens kaufen wir uns zu zweit eine Tafel Schokolade, zweitens schieben wir sie uns einander Stück für Stück zwischen die Lippen, lassen uns drittens die leckere braune Masse auf der Zunge zergehen, ziehen viertens – was das Zeug hält – über sämtliche enzyklopädischen Weisheiten her bis uns das zu dumm wird, schauen dann fünftens ihr oder ihm in die Augen und bitten: „Halt die Klappe und küss’ mich!“
Ein weiterer Kusstest hier:
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Lieber ” Schreiberling” (smile)
Das Schmunzeln begann beim lesen ihres Textes;
das Grinsen wurde breiter,am Anfang des Kusstest`s…….
tja, und dann saß ich vor meinem Monitor und hab´
herzhaft lachen können.
Es ist doch immer wieder verblüffend,wozu sich Menschen,
BLIND,verführen lassen.
Kompliment! Liebe ART greift unverblümt alle Facetten der Menschlichen Begierden auf!
Mit Charm, Witz und Ernsthaftigkeit.
L.G.
anoli