Auf Pirsch in fremden Revieren
Auf Jagd zu gehen, ist auch eine
Möglichkeit, einen Partner zu finden.
Und zwar eine effektive.
Offene Antworten auf intime Fragen
Die Jagd nach einem Partner, der bereits vergeben ist, ist so verbreitet und erfolgreich, dass Wissenschaftler die Gründe und Hintergründe solcher Fangmethoden erkennen wollen. Den Anstoß zur wissenschaftlichen Erforschung des Partnerklaus gab laut Magazin FOCUS der amerikanische Psychologe David Schmitt. Ihm gelang es, 121 Kollegen in 53 Nationen für sein Vorhaben einzuspannen.
Sämtliche Forscher sollten Fragebogen an Frauen und Männer verteilen. Fast 17000 Menschen beantworteten auf diese Weise intime Fragen nach ihrem Sexualverhalten. Aus dem Ergebnis ist zu lesen: Gegen das zehnte Gebot („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“) zu verstoßen, ist eine menschliche Urlust.
Partnerklau gestanden
Harald Euler von der Universität Kassel steuerte von deutscher Seite zu der Untersuchung bei. Er sagt, etwa die Hälfte der rund 800 in Deutschland Befragten habe zugegeben, bereits einmal einen Partnerklauversuch unternommen zu haben. Als „erstaunlich“ empfindet er, dass 87 Prozent der deutschen Männer berichteten, eine Frau habe sie für eine feste Beziehung ausspannen wollten. 81,8 Prozent der gebundenen Frauen berichteten, schon einmal Ziel männlichen Begehrens gewesen zu sein.
Harald Euler und sein amerikanischer Kollege David Schmitt können recht klar den Unterschied zwischen dem aktiven und passiven Part beim Ausspannen eines Partners benennen: „Ein Partnerklauer zu sein, gilt als verwerflich. Objekt eines Ausspannversuchs zu werden wird dagegen als Beleg angesehen, begehrenswert zu sein.“
Allein die Verführungskunst führt nicht zum Erfolg
Was Euler auffällt, ist die Erfolgsquote, die Frauen auf ihren Beutezügen in Deutschland verzeichnen. Wenn sie einen Mann ins Visier genommen hätten, bekämen sie ihn auch, stellt der Psychologe fest. Nur jeder vierte Partnerklauversuch misslinge der deutschen Frau. Eine Göttinger Studie zeigt jedoch, dass der feminine Erfolg nicht auf ausgefeilter Verführungskunst basiert. Eher sind es unerfüllte Wünsche, die gebundene Männer in die Netze von Frauen laufen lassen. 76 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen nannten sexuelle Unzufriedenheit als Grund für ihren Seitensprung.
Überraschen dürfte die Tatsache, dass Frauen derart offensiv auf Partnersuche gehen, nicht. Sie haben begriffen, dass die Zeit eindeutiger bis diskriminierender Geschlechterrollen vorbei ist. Sowohl wirtschaftliche als auch soziale Gründe stehen für diesen Wandel. Praktisch wirkt sich das so aus: Wo Frauen sich ihrer Freiheit bewusst sind und auch beruflich stark Position beziehen, gehen sie souverän Wege, die allzu lange Männern vorbehalten waren. – Und das auch in sexueller Hinsicht.
Foto: sanwen/Quelle:PHOTOCASE
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