Egoisten ziehen den Kürzeren
Wer freundlich ist, sorgt nicht nur dafür,
dass andere sich freuen. Er profitiert
selbst davon. Und zwar definitiv.
Wie du mir, so ich dir!
Eine Umfrage unter 22 000 Bundesbürgern sollte zeigen, was es bedeutet, wenn Menschen nach dem Motto “Wie du mir, so ich dir” handeln. Armin Falk und sein Team vom “Institut für die Zukunft der Arbeit” in Bonn gingen bei ihrer Untersuchung von zwei verschiedenen Typen aus: Die einen sind Menschen, die dazu neigen, auf Freundlichkeiten freundlich zu reagieren. Die zweite Gruppe tendiert mehr dazu, sich für unfreundliches Verhalten dementprechend bestrafend zu revanchieren.
Das Forscherteam stellte zum Beispiel fest, dass Menschen, die überwiegend auf Freundlichkeiten zuvorkommend reagieren, mehr und härter arbeiten als die, die eher bei Negativem an Heimzahlung denken. Laut Bericht des Magazins “Psychologie heute” melden sich zuvorkommende Menschen deutlich seltener krank und arbeitslos als negativ auftretende.
Heimzahler und Egoisten ziehen den Kürzeren
Die Wissenschaftler sagen, wer einen Gefallen vergelte, sei sozial intelligenter, halte leichter Beziehungen aufrecht und wisse dies vermutlich auch im Arbeitsbereich für sich zu nutzen. Fazit der Bonner Forscher: Menschen, die positiv auf andere zugingen, seien “deutlich glücklicher” als Heimzahler und Egoisten.
Nicht nur in beruflicher, sondern auch in partnerschaftlicher Hinsicht ist dieses Ergebnis von Bedeutung. Denn aggressives Verhalten “verschließt und verhärtet – Sie und Ihren Partner”, sagt Nikolaus B. Enkelmann, einer der bedeutendsten Persönlichkeits- und Erfolgstrainer. Gerade in partnerschaftlichen Beziehungen sei es notwendig, zu erkennen, nicht immer Recht haben zu müssen. “Dann wird alles leicht. Recht haben ist langweilig, glücklich sein ist schön.”
Hier schreiben Leser zu diesem Text ihre Meinung, geben Impulse (2 Kommentare)

...Kommentare und Impulse zu den Beiträgen dieser Seite zu geben. Einfach die roten Zeilen unter den Artikeln anklicken und loslegen.
Erstaunllich ist, dass sich viele Menschen anscheinend schon an schlechte Laune gewöhnt haben. Sie wundern sich, wenn man freundlich und lachend auf sie zugeht. Das kann doch nicht sein, denken sie sich. Eine merkwürdige Welt, in der du komisch angeschaut wirst, wenn du von Herzen sagst: “Hey, ich freue mich, dich zu sehen!”
Ist doch so, oder?
Kopfschüttel…
Ja, ist so!
Aber es macht nix, wenn Leute sich wundern, weil ihnen einer offen bis herzlich begegnet. Sollen sie nur. Wer sich auf diese Weise wundert, ist gewissermaßen positiv erschüttert – wie durch ein Wunder. Und weil Leute solch Wunderliches nicht jeden Tag erleben, sind sie auch nicht dagegen immun. Das “Wunder” setzt sich in ihnen fest wie ein Virus. Aber nicht wie eines, das sie umhaut, sondern wie eines, das sie aus dem coolen Businessschritt bringt. Hin und wieder sogar aus dem mühsam antrainierten Gleichgewicht. Und wer auf diese Weise ins Schwanken kommt, hat verdammt gute Chancen, auf völlig neue Weise Stabilität zu finden: zum Beispiel, indem er es einfach mal mit offener Freundlichkeit probiert. Wer das ein paar Mal versucht hat, wird sich wundern, wie gut es ihm tut, denn er kriegt Freundlichkeit zurück. Und ruck, zuck kann er sich über sein unnahbar cooles Pokerface von einst nur noch kopfschüttelnd wundern.
Andreas