“Hätte ich’s doch nur gelassen”
Frauen möchten so manche sexuelle
Begegnungen am liebsten ungeschehen
machen. Männern geht zu diesem Thema
etwas ganz anderes durch den Kopf.
Die verpasste Chance
Männer bedauern in ihrem Liebesleben viel mehr, eine Chance nicht ergriffen zu haben. Wissenschaftler der University of Illinois stellten dies fest. Sie wollten wissen, was Männer und Frauen am meisten bereuen. Darum legten sie 317 Frauen und 169 Männern verschiedene Anlässe von Reue vor. Die Probanden sollten sagen, wie oft und wie intensiv sie in solchen Situationen Reue empfunden haben. – Der Gegensatz zwischen den Geschlechtern war deutlich.
Die Wissenschaftler erklären dies so: Männer seine so angelegt, möglichst viele Nachkommen in die Welt zu setzen. Darum strebten sie eine möglichst große sexuelle Aktivität an. Frauen hingegen sei es wichtig, vorsichtig und zurückhaltend zu sein, da sie die wesentliche Sorge für etwaige Kinder trügen.
Da blieb dem Mann nichts anderes übrig
Nun mag so mancher Egon sagen: „So ein Quatsch. Bei mir ist das alles ganz anders. Ich will meinen Spaß – von Kindern hab’ ich nix gesagt.“ Und so manche verführerische Elfriede scheint überhaupt keinen Gedanken an eine etwaige Mutterrolle zu verschwenden. Jedenfalls nicht, wenn der richtige Egon ihr Herz wie eine Unwucht schlagen lässt.
Doch solche Argumente lassen die Wissenschaftler nicht gelten. Die begründen ihre Theorie nämlich mit der Evolution. Das heißt, sie blicken auf all die Egons, die vor Tausenden vor Jahren gelebt haben. Die hatten nicht nur ihren Spaß im Sinn, die zogen mit Schleuder und Steinaxt los, um ihr Überleben zu sichern. Das war nicht romantisch, das war rau, und frühe Sterblichkeit war Realität. Wenn Egon nicht wollte, dass seine Art ausstarb, blieb ihm nichts anders übrig, als dafür zu sorgen, dass möglichst viele, viele kleine Egons nach ihm kamen. Und weil dieses männliche Bestreben so stark und außerordentlich lebenswichtig war, vererbten die Egons von einst es mit derartiger Wucht, dass ihre Nachfahren noch immer nicht frei davon sind.
Foto:AllzweckJack/Quelle: PHOTOCASE
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Auch wenn der Trieb der Arterhaltung eine gewisse Rolle bei ungezügeltem Rammelverhalten der Männer spielen mag – die Freiheit der Entscheidung hat (zumindest in unserem westlichen Kulturkreis)geschlechtsunabhängig jeder Mensch. Evolutionsbedingt derartiges Bespaßen zu begründen erscheint mir ein wenig platt – Bei der derzeitigen öffentlichen Darstellung des Paar(ungs)verhaltens im landestypisch gesamtdeutschen Querschnitt in bekanntem Fernsehsender sieht`s mir für die Zielformulierung der Evolutionstheorie fast nach `ner Pechsträhne aus.