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Was sind die inneren Werte wert?

Dickb.jpg„Für mich zählen nur die inneren Werte.“ – Eine hehre Aussage, die häufig zu hören ist, wenn es um äußere Schönheit geht.
Aber sie entspricht kaum der Realität.


Port1b1.jpg„Bei der Wahl von Liebes- oder Ehepartnern erweist sich körperliche Schönheit als die Einflussgröße schlechthin,“ sagt Deutschlands Flirt-Experte Staphan Landsiedel (links). Warum das so ist beziehungsweise was Menschen unter Attraktivität und Schönheit verstehen, verrät der Psychologe auf seiner Website „www.flirt-mit-mir.de“.

Teure Schönheit

Tatsache ist, dass weltweit mittlerweile mehr für Kosmetika und Modeartikel ausgegeben wird als für Nahrungsmittel. Zahlen aus den USA belegen, dass dort mehr Geld in Abspeckmaßnahmen investiert wird als ins Bildungssystem. Und wie ausschlaggebend äußere Attraktivität ist, belegt auch das Ergebnis einer Forschergruppe, die sich mit Bekannschaftsanzeigen in Tageszeitungen befasste. 82 Prozent der Inserenten machten Angaben über ihr eigenes Aussehen. Die, die darauf verzichteten und lediglich mit ihren inneren Werten ins Liebesfeld zogen, erhielten weniger Zuschriften.

Forscher der Uni Regensburg fanden heraus, dass es tatsächlich ein ausgeprägtes Attraktivitätsmuster gibt. Sie konfrontierten Versuchspersonen mit Abbildungen von Gesichtern, die am Computer entstanden sind. In dem Forschungsbericht heißt es: „Je attraktiver die präsentierten Gesichter waren, desto erfolgreicher, zufriedener, sympathischer, intelligenter, geselliger, aufregender, kreativer und fleißiger wurden die Personen eingeschätzt.“

Auf Grundlage dieser Ergebnisse erstellten die Forscher außerdem mit Hilfe einer speziellen Software dreidimensionale, animierte Kopfmodelle, die von Versuchspersonen hinsichtlich dieser Charaktereigenschaften als extrem eingeschätzt wurden.

Überraschendes Ergebnis

Die Wissenschaftler stellten fest: Die Gesichter, die als besonders attraktiv beurteilt wurden, waren keine echten Gesichter. Die Forscher hatten sie am Computer erschaffen. Vereinfacht ausgedrückt geschah das folgendermaßen: Sie fotografierten 64 Frauen- und 32 Männergesichter, darunter acht Models, in jeweils gleicher Weise. Mithilfe einer speziell hergestellten Software schufen sie aus den Bildern völlig unterschiedlicher Menschen einen Mix und erhielten die Abbildungen neuer Durchschnittsgesichter, die realen Gesichtern täuschend ähnlich sahen.

Was anschließend von den Versuchspersonen als besonders schön und attraktiv bewertet wurde, ist also eine Kreatur, die es nicht geben kann. Denn sie ist der Querschnitt aller fotografierten Gesichtsformen.

Völlig unrealistisch

Nachdenklich stimmt es die Forscher der Uni Regensburg, dass Medien „uns solche perfekten Gesichter täglich vor Augen führen – man denke nur an die bis ins letzte Detail computertechnisch nachbearbeiteten Gesichter für Kosmetikwerbung.“ Sie sehen die Gefahr, „dass wir selbst zu Opfern unseres eigenen, völlig unrealistischen Schönheitsideals werden.“

Und wie sollen Menschen, die eine solch hohe ästhetische Messlatte nicht erreichen, in dieser Gesellschaft bestehen? Stephan Landsiedel hat für sie eine gute Nachricht: „Auch wer vielleicht eine große Nase, einen großen Mund oder eine besonders hohe Stirn hat, muss keineswegs gleich verzweifeln.“ Denn zusammen mit der persönlichen Ausstrahlung können sie eine Individualität geben, die so manche Model-Schönheit nicht zu bieten hat.

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