Abschied vom Ex
Partnersuche Teil 1
Im ersten Moment wirkt es unlogisch: Die Welt
ist voller Singles, aber immer mehr von ihnen
scheinen sich schwer zu tun, den passenden
Partner zu finden. Das hat zwar plausible
Gründe, bedeutet aber nicht, dass die Suche
nach dem großen Glück weiterhin mühselig
bleiben muss. Das Glück lässt sich
herausfordern. Und zwar so, dass es kaum widerstehen kann, den Suchenden heimzusuchen. Wie das möglich ist, stellt Liebe ART in sechs Schritten vor.
Experimente mit Wirkung
In dem österreichischen Magazin Maxima stieß ich auf einen Bericht über den niederländischen Autor Daan van Kampenhout. Ihm erscheint die anstrengende Suche nach dem Richtigen oder der Richtigen überhaupt nicht seltsam. Weil Partnerschaften immer früher in die Brüche gehen, ist die Welt voller Singles – und deren Ansprüche sind hoch. Hinzu kommt, dass wir immer mehr unsere Individualität entfalten. Und einer, der seine starke Individualität pflegt, stolpert nun mal nicht täglich über einen Menschen, der genau seinen Lebensstil so sehr liebt, dass er mit ihm leben möchte.
Eine Reihe von Kriterien – wie etwa das Aussehen – sind bei der Partnersuche zwar ausschlaggebend aber kaum zu beeinflussen. Am eigenen Verhalten hingegen, an Auftreten und Ausstrahlung lässt sich durchaus einiges ändern. Oft sind es alte und eingefräste Verhaltensweisen, die uns daran hindern, mit Menschen in Kontakt zu geraten. In seinem Buch Ich lasse mich finden, animiert van Kampenhout dazu, mit Übungen, Ritualen und neuen Denkweisen zu experimentieren. Wer sich darauf einlässt, sieht anschließend nicht aus wie der Traum vom eigenen Ich. Aber darum geht es auch nicht. In seinem Innern verändert sich etwas, und solche Veränderungen strahlen nach außen, machen ansprechend und ziehen an.
Von Altlasten befreien
Es ist wenig Platz für einen neuen Partner in der eigenen Seele, solange der einstige sich darin noch ausbreitet – sei es durch sehnsuchtsvolle oder durch ablehnende Gefühle. Darum ist es erforderlich, Platz zu schaffen. Das heißt nicht, alles, was gewesen ist, auf der Deponie ungeliebter Emotionen zu entsorgen. Mit einer solchen Maßnahme täte sich niemand gut, denn eine durchlittene Liebe gehört zur eigenen Geschichte wie die guten und miesen Zensuren, die man sich in der Schule eingehandelt hat.
Van Kampenhout gibt in Maxima den Tipp, eine Liste mit den Namen aller Ex-Partner zu machen und auch jeweils zu notieren, welche Gedanken Sie damit verbinden. Wer bei dieser Aufgabe gute Freunde zu Rate zieht und sich mit ihnen austauscht, merkt womöglich, dass er den Ehemaligen noch immer fertig macht. Ein solches Verhalten ist ein schlechtes Omen für eine neue Partnerschaft. Wer nämlich über den Ex herzieht, lässt bei dem Künftigen die Alarmglocken läuten. Schließlich wünscht sich jeder im Falle eines Scheiterns der Beziehung, mit Achtung und Respekt erwähnt zu werden.
Ein Platz für den Ex
Auch ein symbolisches Handeln kann helfen, eine ehemalige Beziehung endgültig zum Abschluss zu bringen, sagt der niederländische Autor. Er gibt den Tipp, den Namen des Einstigen auf eine Karte zu schreiben und sich dabei bewusst zu machen, dass die Erfahrung mit ihm zum eigenen Leben gehört und dass er auch künftig einen Platz in Ihrem Leben behalten wird. Da aber auch Raum für einen neuen Menschen geschaffen werden muss, sollte diese Karte an einen anderen Ort gebracht werden. Und zwar an einen, an dem sich der Einstige wohl fühlen würde. Zieht es ihn beispielsweise in ein bestimmtes Bistro, könnte die Karte dort zwischen die Zeitschriften geschoben werden.
Loslassen
Andere haben ein anderes Loslassen von Vergangenem nötig, um frei für Neues zu sein. Manchmal geht es darum, sich von negativen Überzeugungen zu verabschieden. Eine Frau könnte sich etwa sagen: „Ich falle doch immer wieder auf Männer herein, die sich mehr für ihre Hobbys und für andere Frauen interessieren als für mich.“
Kampenhout rät, diese Aussage einfach umzukehren, dabei jedoch nicht den Fehler zu machen, dies im wörtlichen Sinne zu tun. Dann würde die Vergangenheit lediglich verleugnet. Aber die Umkehrung könnte lauten: „Ich bin offen für einen Mann, dem ich wichtig bin.“ Wer diese Aussage für sich aufschreibt, sich immer wieder vorliest und sie tief in sich setzen lässt, blickt nicht deprimiert in die Vergangenheit, sondern wach und offen in die Zukunft.
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