Liebe ART

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Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Heiraten bitte nur mit Humor

Rafik Schami und sein “Lob der Ehe”Es gibt Leute, die lieben ein schnarchendes,
schlecht gelauntes, misstrauisches oder
mimosenhaftes Wesen. Sie tun das sogar lange.
Unzählig viele schaffen das jahrein, jahraus –
und das aus freien Stücken und ohne
Wenn und Aber.

Der Chemiker hilft bei der Liebe

Um solche Leute geht es im „Lob der Ehe“. Das ist ein Buch des syrisch-deutschen Autors Rafik Schami (Foto). Der Mann ist zwar weder Paartherapeut noch Psychologe, sondern promovierter Chemiker, aber vielleicht hat er gerade aus diesem Grund einen ausgeprägten Sinn für die richtige Chemie zwischen Menschen.

Der Name „Rafik Schami“ bedeutet „der aus Damaskus kommt“. Und dort ist Schami tatsächlich geboren – in einer christlich-aramäischen Minderheit. Bereits mit 19 Jahren hatte er sich der Literatur verschrieben. Damals gründete und leitete er in der Altstadt von Damaskus die Wandzeitung „Al-Muntalek“, die 1969 verboten wurde. Seit 1971 lebt Rafik Schami in Deutschland.

Wie ein Bekenntnis

Als Autor hat Schami zahlreiche Preise bekommen, seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt, und mit einer Million verkaufter Taschenbücher gehört er zu den erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

Sein „Lob der Ehe“ zeigt, wie in den Ebbezeiten einer Partnerschaft immer wieder neue Zuversicht zu schöpfen ist. Das Buch erzählt von Geduld und Hingabe, Arglosigkeit und List, Leidenschaft und Verbundenheit. Es mutet an wie ein Bekenntnis zum wunderbarsten Geschenk, das sich zwei liebende Menschen machen können: verbindlich zueinander zu stehen.

Lustvoll und voll guten Willens

Rafik Schami liefert mit diesem Buch Texte unter anderem von Guy de Maupassant, Joyce Carol Oates, John Updike, Robert Musil, Colette, Anton Cechov, Frank Wedekind, August Strindberg, Heinrich von Kleist, Gabrielle Roy und von sich selbst.

Das „Lob der Ehe“ ist ein Buch für Frauen und Männern, für chronisch Verliebte, Verlobte, Verheiratete und auch für in wilder Ehe handzahm Vereinte. Wer es liest, wird entdecken, wie Schami zentrale Erfahrungen des gemeinsamen Abenteuers Alltag zur Sprache bringt. Und das alles lustvoll, voll guten Willens, zum Denken anregend und mit Humor.

Letzteres gehört zu diesem Autor wie die rote Soße zur Currywurst. Bei einer Lesung im norddeutschen Friesoythe vertrat Schami kürzlich verschmitzt die These: „Wer keinen Humor hat, sollte besser nicht heiraten.“

 

Comments

  1. fabiana
    April 9th, 2008 | 02:0

    Nach meiner knapp 4 Jahre gelebten Ehe kann ich sagen, man braucht aber noch mehr als Humor, um eine Heirat durchzustehen. Geduld wäre auch etwas, was man auf jeden Fall braucht.

    Da ich Rafik Schami schon einmal auf einer Lesung erlebt habe, weiß ich, dass er dazu neigt, mit einem gewissen Maß an Verschmitztheit an den Humor in jeglichen Lebenssituationen zu appellieren; vielleicht liegt er damit nicht einmal falsch.
    Ich glaube, Humor hilft durch viele Durststrecken hindurch.

    Da ich in Bezug auf eine langandauernde Ehe nicht mitreden kann, mir der Humor und die Geduld schon vor Ende der 4 Ehejahre deutlich genommen wurde und versiegte, muss ich sagen, man braucht wohl eine exorbitante Menge an Humor, um so manche Ehe durchzustehen. Aber vorweg sollte man wissen, dass eine Heirat immer ein Bund von 2 Persönlichkeiten ist, die sich irgendwie zusammenraufen müssen; manchmal sind Differenzen über die Dauer überwindbar, woran sogar ich glaube (ist die Liebe nur gross genug) und leider scheitern wir oftmals an unseren eigenen Eitelkeiten und geben schneller auf, als wir wohl müssten …..

    So oder so bleibt die Ehe ein Abenteuer, das zu bewältigen wohl eines der größten in unserem Leben darstellt.

    Bei meiner nächsten Ehe werde ich mir genau dies hinter die Ohren schreiben: HUMOR.
    Vielleicht geht es dann besser?
    Wobei Humor alleine sicherlich nie ausreichen wird…aber vielleicht erleichtert er die Dinge ungemein???
    So bleibt wohl auch meine Frage hier offen stehen.

  2. Doris
    April 15th, 2008 | 11:0

    Wer würde tatsächlich glauben, dass sich der Alltag in einer Ehe ohne Humor aushalten ließe? Wie sonst sollte man die “Macken” eines – und sei es noch so geliebten – Menschen im alltäglichen Zusammenleben ertragen?

    Dabei ist eines sicher jedem klar. Humor ist kein Allheilmittel und rettet keine Ehe, in denen es gravierende Differenzen gibt.

    Für mich gehört zu einem humorvollen Umgang ganz sicher auch die Achtung vor dem Partner. Denn sonst schlägt Humor leicht in Sarkasmus um und darüber kann dann keiner mehr lächeln.

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