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	<title>Liebe ART &#187; Sexualität</title>
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	<description>Sprechen. Verstehen. Beziehung schaffen. Dialog, der Partner schafft. In jeder Beziehung.</description>
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		<title>Sehnsucht nach dem erotischen Freibrief</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 17:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie sagen, sie lebten seit zwölf Jahren zusammen, seien glücklich miteinander, hätten aber dennoch beide den Wunsch, einmal eine sexuelle Beziehung mit einem anderen Partner zu erleben. Das Paar spricht offen miteinander darüber und fragt Liebe ART, ob eine Beziehung solche Freiheit aushalte. &#8220;Wie gefährlich wäre es, es nicht zu tun?&#8221; Weil Fragen wie diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/sehnsucht.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1019" style="float: left;" title="Sehnsucht nach dem erotischen Freibrief" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/sehnsucht.jpg" alt="Sehnsucht nach dem erotischen Freibrief" width="166" height="222" /></a>Sie sagen, sie lebten seit zwölf Jahren<br />
zusammen, seien glücklich miteinander,<br />
hätten aber dennoch beide den Wunsch,<br />
einmal eine sexuelle Beziehung mit einem<br />
anderen Partner zu erleben. Das Paar spricht<br />
offen miteinander darüber und fragt <strong>Liebe ART</strong>,<br />
ob eine Beziehung solche Freiheit aushalte.</p>
<p><span id="more-1018"></span><strong>&#8220;Wie gefährlich wäre es, es nicht zu tun?&#8221;</strong></p>
<p>Weil Fragen wie diese in Internet-Foren ständig kursieren, wollte ich’s wissen. Ich fragte zwei Paartherapeuten, las, was Hans Jellouschek, einer der prominentesten deutschen Paarexperten darüber denkt, und fand schließlich eine kluge Antwort im Magazin &#8220;Emotion&#8221;.</p>
<p>Auf die Frage eines Paares, ob es gefährlich für die Beziehung sei, sich gegenseitig einen erotischen Freibrief auszustellen, antwortet dort die Diplompsychologin Berit Brockhausen mit einer Gegenfrage: „Wie gefährlich wäre es denn, es nicht zu tun?“ Sie schreibt: „Egal, wie Sie sich entscheiden: Schwierig für Ihre Beziehung kann es in jedem Fall werden.“</p>
<p><strong>Begrabene Wünsche ruhen nicht</strong></p>
<p>Brockhausen meint, wenn das Paar seinen Wunsch nicht auslebe, könne genau dieses Begraben von Wünschen und Sehnsüchten Konsequenzen haben. Entweder verleugneten beide einen Teil von sich, oder jemand versuche heimlich, seine Wünsche auszuleben. Jedoch beides schade der Liebe.</p>
<p>Die Psychologin sagt, es sei illusorisch, außerhalb der Partnerschaft sexuelle Erfahrungen machen zu können, ohne dass sich in der Beziehung etwas verändere. In der Partnerschaft werde schon deshalb etwas anders, weil beide sich durch ihre neue Erfahrung verändern würden. Das lasse sich nicht vermeiden, „ja, es ist noch nicht einmal wünschenswert, es zu vermeiden.“</p>
<p><strong>An dieser Frage kommen sie nicht vorbei</strong></p>
<p>Aber warum denken zwei, die laut eigener Aussage glücklich miteinander sind, überhaupt über einen erotischen Freibrief nach? Berit Brockhausen antwortet: „Weil sich beide in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben.“ Wenn das Paar seine Beziehung an seine jetzigen Bedürfnisse anpassen wolle, müssten beide für sich herausfinden: „Wer bin ich inzwischen geworden, und was brauche ich heute?“ Und diese Frage bezieht die Psychologin nicht ausschließlich auf Sex.</p>
<p>Sie schlägt vor, beide sollten sich fragen: „Wer bin ich ohne dich?“ Beide Seiten müssten für sich eine Antwort darauf finden – ob mit oder ohne ein neues sexuelles Erlebnis. „Nur dann kann Ihre Beziehung wachsen.“</p>
<p>Völlig ungewiss sei, ob die Partnerschaft sich dadurch vertiefen oder auflösen werde. „Sich diese Frage jedoch nicht zu stellen,“ sagt Berit Brockhausen, „bedeutet in jedem Fall das Ende einer Beziehung, zu der Sie mit ganzem Herzen Ja sagen können.“</p>
<p>Foto: Now/Quelle: <a href="http://www.photocase.com">PHOTOCASE</a></p>
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		<title>Was will das Weib?</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 09:54:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich weiß es nicht,&#8221; sagt Siegmund Freud. Aber das macht nichts, denn Bernhard Ludwig weiß es. Bernhard Ludwig ist promovierter Psychotherapeut und seit Jahren mit seinem Seminarkabarett erfolgreich unterwegs. Auf der Bühne nimmt er sowohl zu Penisgrößen als auch zu vorgetäuschten Orgasmen Stellung und gibt eine &#8220;Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit&#8220;. Dies alles komisch und gleichzeitig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Ich weiß es nicht,&#8221; sagt Siegmund Freud.<br />
Aber das macht nichts, denn Bernhard Ludwig weiß es.</strong></p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/QAp7PmrjP7I"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/QAp7PmrjP7I" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"></embed></object></p>
<p>Bernhard Ludwig ist promovierter Psychotherapeut und seit Jahren mit seinem Seminarkabarett erfolgreich unterwegs. Auf der Bühne nimmt er sowohl zu Penisgrößen <span id="more-1115"></span>als auch zu vorgetäuschten <a href="http://www.liebe-art.de/bucher/so-kommt-sie-zum-ohr-gasmus/966">Orgasmen</a> Stellung und gibt eine &#8220;<a href="http://www.liebe-art.de/bucher/so-finden-frauen-freie-manner-uber-40/1026">Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit</a>&#8220;. Dies alles komisch und gleichzeitig als fachlich fundierte Liebeslebenshilfe.</p>
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		<title>&#8220;Hätte ich&#8217;s doch nur gelassen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 17:46:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frauen möchten so manche sexuelle Begegnungen am liebsten ungeschehen machen. Männern geht zu diesem Thema etwas ganz anderes durch den Kopf. Die verpasste Chance Männer bedauern in ihrem Liebesleben viel mehr, eine Chance nicht ergriffen zu haben. Wissenschaftler der University of Illinois stellten dies fest. Sie wollten wissen, was Männer und Frauen am meisten bereuen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/12/reue.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1050" style="float: left;" title="Sexuelle Begegnungen und die Reue danach" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/12/reue.jpg" alt="Sexuelle Begegnungen und die Reue danach" width="169" height="154" /></a>Frauen möchten so manche sexuelle<br />
Begegnungen am liebsten ungeschehen<br />
machen. Männern geht zu diesem Thema<br />
etwas ganz anderes durch den Kopf.</p>
<p><span id="more-1049"></span><strong>Die verpasste Chance</strong></p>
<p>Männer bedauern in ihrem Liebesleben viel mehr, eine Chance nicht ergriffen zu haben. Wissenschaftler der University of Illinois stellten dies fest. Sie wollten wissen, was Männer und Frauen am meisten bereuen. Darum legten sie 317 Frauen und 169 Männern verschiedene Anlässe von Reue vor. Die Probanden sollten sagen, wie oft und wie intensiv sie in solchen Situationen Reue empfunden haben. – Der Gegensatz zwischen den Geschlechtern war deutlich.</p>
<p>Die Wissenschaftler erklären dies so: Männer seine so angelegt, möglichst viele Nachkommen in die Welt zu setzen. Darum strebten sie eine möglichst große sexuelle Aktivität an. Frauen hingegen sei es wichtig, vorsichtig und zurückhaltend zu sein, da sie die wesentliche Sorge für etwaige Kinder trügen.</p>
<p><strong>Da blieb dem Mann nichts anderes übrig</strong></p>
<p>Nun mag so mancher Egon sagen: „So ein Quatsch. Bei mir ist das alles ganz anders. Ich will meinen Spaß – von Kindern hab’ ich nix gesagt.“ Und so manche verführerische Elfriede scheint überhaupt keinen Gedanken an eine etwaige Mutterrolle zu verschwenden. Jedenfalls nicht, wenn der richtige Egon ihr Herz wie eine Unwucht schlagen lässt.</p>
<p>Doch solche Argumente lassen die Wissenschaftler nicht gelten. Die begründen ihre Theorie nämlich mit der Evolution. Das heißt, sie blicken auf all die Egons, die vor Tausenden vor Jahren gelebt haben. Die hatten nicht nur ihren Spaß im Sinn, die zogen mit Schleuder und Steinaxt los, um ihr Überleben zu sichern. Das war nicht romantisch, das war rau, und frühe Sterblichkeit war Realität. Wenn Egon nicht wollte, dass seine Art ausstarb, blieb ihm nichts anders übrig, als dafür zu sorgen, dass möglichst viele, viele kleine Egons nach ihm kamen. Und weil dieses männliche Bestreben so stark und außerordentlich lebenswichtig war, vererbten die Egons von einst es mit derartiger Wucht, dass ihre Nachfahren noch immer nicht frei davon sind.</p>
<p>Foto:AllzweckJack/Quelle: <a href="http://www.photocase.com">PHOTOCASE</a></p>
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		<title>Auf Pirsch in fremden Revieren</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 12:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf Jagd zu gehen, ist auch eine Möglichkeit, einen Partner zu finden. Und zwar eine effektive. Offene Antworten auf intime Fragen Die Jagd nach einem Partner, der bereits vergeben ist, ist so verbreitet und erfolgreich, dass Wissenschaftler die Gründe und Hintergründe solcher Fangmethoden erkennen wollen. Den Anstoß zur wissenschaftlichen Erforschung des Partnerklaus gab laut Magazin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/pirsch.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1043" style="float: left;" title="Frau auf Pirsch in fremden Revieren." src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/pirsch.jpg" alt="Frau auf Pirsch in fremden Revieren." width="221" height="161" /></a>Auf Jagd zu gehen, ist auch eine<br />
Möglichkeit, einen Partner zu finden.<br />
Und zwar eine effektive.</p>
<p><span id="more-1042"></span><strong>Offene Antworten auf intime Fragen</strong></p>
<p>Die Jagd nach einem Partner, der bereits vergeben ist, ist so verbreitet und erfolgreich, dass Wissenschaftler die Gründe und Hintergründe solcher Fangmethoden erkennen wollen. Den Anstoß zur wissenschaftlichen Erforschung des Partnerklaus gab laut Magazin FOCUS der amerikanische Psychologe David Schmitt. Ihm gelang es, 121 Kollegen in 53 Nationen für sein Vorhaben einzuspannen.</p>
<p>Sämtliche Forscher sollten <a href="http://www.liebe-art.de/in-partnerschaft-leben/wer-geht-wie-und-warum-fremd/1008">Fragebogen </a>an Frauen und Männer verteilen. Fast 17000 Menschen beantworteten auf diese Weise intime Fragen nach ihrem Sexualverhalten. Aus dem Ergebnis ist zu lesen: Gegen das zehnte Gebot („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“) zu verstoßen, ist eine menschliche Urlust.</p>
<p><strong>Partnerklau gestanden</strong></p>
<p>Harald Euler von der Universität Kassel steuerte von deutscher Seite zu der Untersuchung bei. Er sagt, etwa die Hälfte der rund 800 in Deutschland Befragten habe zugegeben, bereits einmal einen Partnerklauversuch unternommen zu haben. Als „erstaunlich“ empfindet er, dass 87 Prozent der deutschen Männer berichteten, eine Frau habe sie für eine feste Beziehung ausspannen wollten. 81,8 Prozent der gebundenen Frauen berichteten, schon einmal Ziel männlichen Begehrens gewesen zu sein.</p>
<p>Harald Euler und sein amerikanischer Kollege David Schmitt können recht klar den Unterschied zwischen dem aktiven und passiven Part beim Ausspannen eines Partners benennen: „Ein Partnerklauer zu sein, gilt als verwerflich. Objekt eines Ausspannversuchs zu werden wird dagegen als Beleg angesehen, begehrenswert zu sein.“</p>
<p><strong>Allein die Verführungskunst führt nicht zum Erfolg</strong></p>
<p>Was Euler auffällt, ist die Erfolgsquote, die <a href="http://www.liebe-art.de/bucher/wovon-mutter-heimlich-traumen/991">Frauen </a>auf ihren Beutezügen in Deutschland verzeichnen. Wenn sie einen Mann ins Visier genommen hätten, bekämen sie ihn auch, stellt der Psychologe fest. Nur jeder vierte Partnerklauversuch misslinge der deutschen Frau. Eine Göttinger Studie zeigt jedoch, dass der feminine Erfolg nicht auf ausgefeilter Verführungskunst basiert. Eher sind es unerfüllte Wünsche, die gebundene Männer in die Netze von Frauen laufen lassen. 76 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen nannten sexuelle Unzufriedenheit als Grund für ihren <a href="http://www.liebe-art.de/in-partnerschaft-leben/akzeptiertes-fremdgehen/761">Seitensprung</a>.</p>
<p>Überraschen dürfte die Tatsache, dass Frauen derart offensiv auf Partnersuche gehen, nicht. Sie haben begriffen, dass die Zeit eindeutiger bis diskriminierender <a href="http://www.liebe-art.de/in-partnerschaft-leben/wo-beginnt-eigentlich-untreue/865">Geschlechterrollen </a>vorbei ist. Sowohl wirtschaftliche als auch soziale Gründe stehen für diesen Wandel. Praktisch wirkt sich das so aus: Wo Frauen sich ihrer Freiheit bewusst sind und auch beruflich stark Position beziehen, gehen sie souverän Wege, die allzu lange Männern vorbehalten waren. &#8211; Und das auch in sexueller Hinsicht.</p>
<p>Foto: sanwen/Quelle:<a href="http://www.photocase.com">PHOTOCASE</a></p>
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		<title>Was Paare wirklich antörnt</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 12:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was können Paare tun, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ihre sexuelle Begierde nachlässt? Katrin Fischer und Sandra Maravolo stellen in solchen Fällen originelle Fragen. Wenn dunkle Fantasien Fantasien bleiben Zum Beispiel die: Was wäre, wenn der Kurztrip in ein romantisches Hotel absolut kontraproduktiv ist, weil es nicht an Romantik fehlt, sondern am Ausleben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/was-paare-wirklich.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1041" style="float: left;" title="Was Paare wirklich antörnt" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/was-paare-wirklich.jpg" alt="Was Paare wirklich antörnt" width="180" height="123" /></a>Was können Paare tun, die sich nicht<br />
damit abfinden wollen, dass ihre sexuelle<br />
Begierde nachlässt? Katrin Fischer und<br />
Sandra Maravolo stellen in solchen Fällen<br />
originelle Fragen.</p>
<p><span id="more-1040"></span><strong>Wenn dunkle Fantasien Fantasien bleiben</strong></p>
<p>Zum Beispiel die: Was wäre, wenn der Kurztrip in ein romantisches Hotel absolut kontraproduktiv ist, weil es nicht an Romantik fehlt, sondern am Ausleben dunkler Fantasien? Oder: Was ist, wenn die lustvolle und häufige Sexualität am Anfang einer Beziehung nur ein Zeichen dafür ist, dass andere Formen, Nähe und Intimität herzustellen, noch nicht im Repertoire des Paares vorhanden sind?</p>
<p>In ihrem Buch „Liebe satt – Was Paare wirklich antörnt“, gehen die Fragestellerinnen kompetent und fundiert mit diesem Thema um. Zwei Botschaften stehen bei den Autorinnen Fischer und Maravolo im Mittelpunkt: Erstens: Sexualität ist sowohl herrlich einfach und wunderschön als auch wahnsinnig kompliziert und mitunter ganz schön leidvoll. Zweitens: Tun Sie etwas!</p>
<p><strong>Gut nachzuvollziehen</strong></p>
<p>Einfühlsam schildern die Autorinnen beispielsweise, wie der Alltag mit Kindern die sexuellen Entfaltungsmöglichkeiten beeinflussen kann. Nachempfindbar beschreiben sie auch männliche Lustlosigkeit und die dabei auftretenden Gefühle der Partnerin. Egal, ob Männer oder Frauen diese Passagen lesen, sie fühlen sich wertgeschätzt. Die Sprache der Autorinnen ist leicht und lebendig, und sie schaffen es, auch schwierige wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln, ohne platt zu wirken.</p>
<p>Foto: Birne X./Quelle: <a href="http://www.photocase.com">PHOTOCASE</a></p>
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		<title>Krank durch Internet-Liebe</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 17:06:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dass ungeschützter Sex krank machen kann, wollen zwar schon viele nicht wissen. Aber was Wissenschaftler nun herausgefunden haben, kommt gewiss mindestens ebenso wenig an. Alarmierend hohe Depressionsraten Die australische Swinburne University of Technology hat Studien mit Menschen gemacht, die mehr als zwölf Stunden pro Woche auf Pornoseiten, Plattformen für Sex-Kontakte, in Erotik-Chats oder mit Webcam-Angeboten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/internet.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1033" style="float: left;" title="Krank durch Internet-Liebe" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/internet.jpg" alt="Krank durch Internet-Liebe" width="203" height="140" /></a>Dass ungeschützter Sex krank machen<br />
kann, wollen zwar schon viele nicht wissen.<br />
Aber was Wissenschaftler nun herausgefunden<br />
haben, kommt gewiss mindestens ebenso wenig an.</p>
<p><span id="more-1032"></span><strong>Alarmierend hohe Depressionsraten</strong></p>
<p>Die australische Swinburne University of Technology hat Studien mit Menschen gemacht, die mehr als zwölf Stunden pro Woche auf Pornoseiten, Plattformen für Sex-Kontakte, in Erotik-Chats oder mit Webcam-Angeboten verbringen. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen ihre psychische Gesundheit riskieren, wenn sie Sexseiten im Internet intensiv nutzen. Die Studie zeige, so ein Fazit der Uni, dass Besucher von Erotik-Seiten im Internet „alarmierend hohe Raten“ an Depressionen, Angstgefühlen und Stress aufweisen.</p>
<p>Nun liegt es mir fern, als Laie dieses wissenschaftliche Ergebnis in Frage zu stellen. Was mir jedoch nahe, ja, geradezu auf der Zunge liegt, ist die Frage, ob aus dieser Forschungsarbeit die Quintessenz gezogen werden sollte, die in Medien gezogen wird. Dort lautet das Fazit der australischen Studie nämlich: „Das Internet macht krank“.</p>
<p><strong>Einsamkeit in der Zweisamkeit</strong></p>
<p>Bereits im Jahr 2001 hat die Berliner Humboldt-Universität Internet-User unter die wissenschaftliche Lupe genommen. Ebenso wie die australischen Forscher kamen die deutschen Kollegen zu dem Ergebnis, dass Internet süchtig und somit krank machen kann. Die Berliner Zahlen zeigen aber noch mehr. Die deutschen Wissenschaftler haben all jene Personen, die sie als süchtig bezeichnen, gefragt, ob sie sich alleine fühlen. 73 Prozent antworteten mit einem Ja.</p>
<p>Das heißt jedoch nicht, dass nur Singles auf Suche nach Kontakt über Erotik- und Porno-Seiten surfen. Laut deutscher Studie haben 53 Prozent der gefährdeten Internet-User einen festen Partner, 39 Prozent leben mit dem Partner zusammen, 26 Prozent haben Kinder und 6 Prozent sind allein erziehend. – Zahlen, die ein Bild von Einsamkeit in der Zweisamkeit zeichnen.</p>
<p><strong>Weh tut es nicht erst im Online-Zustand</strong></p>
<p>Seit langem ist wissenschaftlich erwiesen, wie sehr Einsamkeit an der Gesundheit nagt. Sie schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Krebs zu erkranken. Und wer davon verschont bleibt, dem tut Einsamkeit zumindest seelisch weh. Das heißt, Depressionen und Angst befallen den einsamen Beziehungssucher nicht erst im Online-Zustand. Sie machen ihm bereits offline zu schaffen.</p>
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		<title>Neue Ursache für Schwangerschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 09:03:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wenn Vierzehnjährige schwanger werden, müssen ihre Eltern sich künftig kaum noch mit selbstkritischen Gedanken quälen. Die Frage: „Haben wir in der Erziehung etwas versäumt?“ rückt nun weit, weit in den Hintergrund. Wissenschaftler haben jetzt nämlich herausbekommen, was Jugendliche verführt. Was Mädchen befürchten müssen Die Generation der Erwachsenen wuchs noch mit dem pädagogischen Hinweise auf: „Vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/schwanger.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1023" style="float: left;" title="Neue Ursache für Schwangerschaft" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/11/schwanger.jpg" alt="Neue Ursache für Schwangerschaft" width="159" height="153" /></a>Wenn Vierzehnjährige schwanger werden,<br />
müssen ihre Eltern sich künftig kaum noch<br />
mit selbstkritischen Gedanken quälen. Die<br />
Frage: „Haben wir in der Erziehung etwas<br />
versäumt?“ rückt nun weit, weit in den<br />
Hintergrund. Wissenschaftler haben jetzt<br />
nämlich herausbekommen, was Jugendliche<br />
verführt.</p>
<p><span id="more-1022"></span><strong>Was Mädchen befürchten müssen</strong></p>
<p>Die Generation der Erwachsenen wuchs noch mit dem pädagogischen Hinweise auf: „Vom Fernsehen bekommst du eckige Augen.“ Die Gefahr solch körperlicher Entstellung ist nun Schnee von gestern. Die aktuelle Warnung lautet: Mädchen müssen befürchten, einen dicken Bauch zu bekommen, wenn sie zu viel „Verbotene Liebe“, „Friends“ oder „Sex and the City“ schauen.</p>
<p>Laut einer US-Studie werden Heranwachsende frühzeitig schwanger, wenn sie zu viele Sendungen über Flirten, Sex und Partnerschaft sehen. Die Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, solche Rezeptionen würden Jugendliche in ihrem Sexualverhalten beeinflussen. Mit den sexuellen Inhalten im Fernsehen habe auch die Zahl der Teenager-Schwangerschaften zugenommen, berichtet Forscherin Anita Chandra im Fachblatt der amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde.</p>
<p><strong>Schnelle Lösung bereits gefunden</strong></p>
<p>Diese Auffassung ist entstanden, weil Forscher der unabhängigen Rand Corporation drei Jahre lang mehr als 700 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren zu ihrem Fernsehverhalten und Sexualleben befragt haben. Das Ergebnis: 58 schwangere Mädchen und 33 werdende Väter. 25 Prozent derer, die regelmäßig Flirtshows, Romanzen und pornographische Filme sehen, wurden im Untersuchungszeitraum schwanger oder waren verantwortlich für eine Schwangerschaft.</p>
<p>Eine &#8220;Lösung&#8221; des Problems wurde in Amerika schnell gefunden. Die Vertreter des &#8220;National Abstinence Education Center&#8221; melden sich mit einer Forderung zu Wort: &#8220;In den Schulen müssen Schüler verstärkt Abstinenz lernen.&#8221;</p>
<p><strong>Freibrief für Eltern</strong></p>
<p>Funktioniert Erziehung wirklich so einfach? Wenn ja, müsste der Begriff „Eltern“ neu definiert werden. Eltern zu sein, würde dann nicht mehr bedeuten, Kindern Vorbild, Gesprächspartner, Wertevermittler und Erzieher zu sein. All diese Anstrengungen wären so gut wie überflüssig. Paare mit Kinderwunsch bräuchten sich nur noch auf die freud- bis lustvolle Tätigkeit beschränken, als Erzeuger aktiv zu werden. Denn als Vorbild, Gesprächspartner, Wertevermittler, Erzieher und Abstinenztrainer können sich doch die verausgaben, die es gelernt haben und damit ihr Geld verdienen: die Lehrer.</p>
<p>Was passiert, wenn Eltern so denken, wird bereits täglich in Schulen plakativ: Da wollen Lehrer ihren Schülern Rechnen und Schreiben beibringen, doch daraus wird nichts. Jedenfalls nicht einfach so und sogleich zu Unterrichtsbeginn. Bevor die eigentliche Wissensvermittlung eine Chance hat, sind Lehrer damit beschäftigt, Kindern das kleine Einmaleins sozialen Verhaltens beizubringen. Aber diese pädagogische Aufgabe wird häufig zur Sisyphos-Arbeit, denn Lehrer können Kindern kaum beibiegen, was deren Eltern ihnen nie wertschätzend vermittelt haben.</p>
<p><strong>Das falsche Fazit</strong></p>
<p>So gesehen ist die amerikanische Studie keineswegs überflüssig. Doch aus ihr das Fazit zu ziehen, Fernsehen mache schwanger, ist verantwortungslos und falsch. Wer die Studie so auslegt, verhält sich wie einer, der mit 210 in die Kurve brettert, anschließend aus seiner Schrottkarre krabbelt und das Straßenbauamt wegen schlechter Wegführung verklagt.</p>
<p>Foto:mathias the dread/Quelle: <a href="http://www.photocase.com">PHOTOCASE</a></p>
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		<title>So kommt sie zum Ohr-gasmus</title>
		<link>http://www.liebe-art.de/bucher/so-kommt-sie-zum-ohr-gasmus/966</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 11:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beziehungspsychologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hab’ ja keine Ahnung, wie aufgeklärt Liebe ART-Leserinnen und –Leser sind. Jedenfalls habe ich mir unter einem Orgasmus etwas anderes vorgestellt als Bernhard Ludwig. Das Andere fängt schon bei der Schreibweise an: Ludwig meint nämlich, dieses Erlebnis müsse geschrieben so aussehen: Ohr-gasmus. Und Ludwig muss es wissen. Schließlich ist er Psychologe, Sexualtherapeut und Vater [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/ohr.jpg"></a><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/ohr1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-977" style="float: left;" title="So kommt sie zum Ohr-gasmus" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/ohr1.jpg" alt="So kommt sie zum Ohr-gasmus" width="185" height="130" /></a>Ich hab’ ja keine Ahnung, wie aufgeklärt<br />
<strong>Liebe ART</strong>-Leserinnen und –Leser sind.<br />
Jedenfalls habe ich mir unter einem Orgasmus<br />
etwas anderes vorgestellt als <a href="http://www.seminarkabarett.com/">Bernhard Ludwig</a>.<br />
Das Andere fängt schon bei der Schreibweise<br />
an: Ludwig meint nämlich, dieses Erlebnis<br />
müsse geschrieben so aussehen: Ohr-gasmus.<br />
Und Ludwig muss es wissen. Schließlich ist er<br />
Psychologe, Sexualtherapeut und Vater von vier Töchtern. <span id="more-966"></span></p>
<p><strong>Sie will doch nur sein Feuer</strong></p>
<p>Ach ja, und noch etwas ist er: Kabarettist. Egal, welch tiefgründige Fragen ihm die Leute stellen, er antwortet. Und zwar mit Sinn und Verstand und wahrheitsgetreu und immer so, dass sich selbst die fürchterlichsten Probleme und Fragen einfach weglachen lassen. Selbst solche: Wie heilt man eingebildete Kleinschwänzigkeit? Was wollen Frauen wirklich? Wie täuschen Männer einen Orgasmus vor?</p>
<p>Bernhard Ludwig erklärt den Ohr-gasmus – und dies gaaaaaanz langsam. Er fängt an mit der Kommunikation von Männern und Frauen, erklärt, wie beide auf kommunikativem Weg völlig unterschiedliche Ziele verfolgen. Dazu skizziert Ludwig in seinem Buch &#8220;Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit&#8221; eine Bushaltestelle. Eine Frau und ein Mann warten vor sich hin. Sie steckt sich eine Zigarette zwischen die Lippen und fragt ihn. „Haben Sie Feuer?“ Er guckt nur, ziemlich verunsichert, sagt nichts und denkt: „Hilfe, sie will sicher eine Beziehung.“</p>
<p><strong>Der Unterschied, der es so schwer macht</strong></p>
<p>Der Therapeut bringt den Unterschied zwischen den Geschlechtern auf den Punkt: Männer verwendeten Kommunikation, um Status herzustellen, um zu siegen, um hinauf zu kommen. „Je lauter wir Männer in der Karriere herumturnen, je imposanter wir im Gasthaus allen das Wort abschneiden und den Leuten unsere superlustigen Geschichten reindrücken, je mächtiger wir draußen aufstampfen, desto ruhiger und stiller werden wir, wenn wir daheim die Haustür zumachen.“</p>
<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/zuhoeren.jpg"></a>Am heimischen Herd angekommen redeten Männer nicht mehr viel. Und auch das Zuhören werde ökonomischer gestaltet. „Blöd“ sei nur, wenn die Frau seine Form des Zuhörens plötzlich hinterfrage. Wenn sie ihm vorhalte: „Du hörst mir ja gar nicht zu!“ Oder wenn sie die noch schärfere Variante einsetze: „Was hab’ ich gerade gesagt?!“</p>
<p><strong>Lernprogramm für Paare</strong></p>
<p>Der Frankfurter Professor Lukas Möller habe festgestellt, dass bereits nach vier Jahren Zusammenlebens mit derselben Frau in derselben Wohnung die sinnvolle Gesprächszeit mit der Partnerin auf vier Minuten täglich reduziert werde. Sinnvoll für die Partnerschaft bedeute, ohne Geschäfts- und ohne Haushaltsgespräche.</p>
<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/floskeln.jpg"></a><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/floskeln1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-972" style="float: left;" title="Lauter unnötige Floskeln." src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/floskeln1.jpg" alt="Lauter unnötige Floskeln." width="183" height="191" /></a>Bernhard Ludwig meint, vier Minuten seien nicht viel. Um die durchzuhalten, seien Paare gezwungen, schlanke Kommunikation zu erlernen. Dazu sei es sinnvoll, bereits bei den Floskeln zu sparen. Wörter wie „Bitte“, „Danke“, „Hallo“ und „Tschüss“ seien reine Zeiträuber. „Warum jeden Tag ,Guten Morgen’ sagen? Man sieht doch, wann es hell wird.“ Einer Frau, die partout auf Begrüßungsformeln bestehe, könne der Mann sagen: „Also, wenn ich komme, bedeutet das ,Grüß Gott’, und wenn ich weggehe, siehst du es sowieso.“</p>
<p><strong>Nicht unnötig lange beim Abschied von der Liebsten aufhalten</strong></p>
<p>Ludwig geht durch den Kopf, wie lange seinerzeit im Auto eine Verabschiedung gedauert hat, „als wir noch verliebt waren – bis man da wieder angezogen und adjustiert war…“ Aber solches Verhalten könne man nicht in eine Ehe hineinschleppen.</p>
<p>Als Mann frage man sich auch, ob es denn wirklich nötig sei, jedes Essen zu kommentieren. „Wenn ich nicht schimpfe, ist das doch Lob genug. – Na ja, und wenn es versaut ist, dann muss man schon was sagen.“ Der Therapeut stellt die Frage in den Raum, welche Frau die Fairness aufbringe, ein verhunztes Schnitzel zu diskutieren. Stattdessen suche sie irgendwelche Fehler auf der anderen Seite. Wenn er sie darauf hinweise, dass das Schnitzel verbrannt sei, gifte sie gleich fünffach zurück: „Aaaaah, das Schnitzel passt dir nicht.“ – „Na und? Dafür weiß ich nie, wann du heim kommst.“ – „Keiner hilft mir im Haushalt.“ – „Deine Mutter hat dich völlig verzogen.“ – „Alles bleibt an mir hängen.“</p>
<p><strong>Der verführerische Blick durchs Fernrohr</strong></p>
<p>Ludwig fragt sich, woher dieser dramatische Unterschied in der Kommunikation zwischen Mann und Frau kommt. Dann fällt ihm der Buchautor John Gray ein. Der habe sich eine witzige Metapher ausgedacht, um das zu erklären. Sein Gleichnis erzähle, wie die Männer vom Mars und die Frauen von der Venus auf die Erde gekommen seien. Die Männer hätten tausende Jahre ganz allein auf dem Mars gelebt. „Okay,“ räumt Bernhard Ludwig ein, „das klingt ein bisschen dämlich. Schon allein wegen der Fortpflanzungsfrage. Aber nehmen wir’s hin.“</p>
<p>Irgendwann hätten „wir Männer mit unseren Fernrohren“ zur Venus hinübergeguckt „und die Frauen zu uns zum Mars.“ Die Männer hätten ihr Auge ans Rohr gedrückt und geseufzt: „Mein Gott, sind die lieb!“ Und die Frauen hätten mit ihren Augen am Rohr geklebt und geschwärmt: „Mein Gott, sind die stark.“</p>
<p><strong>Als Männer noch ungestört verspielt sein durften</strong></p>
<p>Eines Tages hätten beide zusammen die Erde erobert, doch dabei hätten Männer und Frauen völlig vergessen, dass sie aus vollkommen unterschiedlichen planetarischen Sprachwurzeln kommen. „Wir Männer haben auf dem Mars gearbeitet, gespielt, uns sportlich betätigt und viel Unsinn getrieben – Da war es nicht notwendig über Gefühle zu sprechen. Wenn wir ein Problem hatten, sind wir in unsere Höhle zurückgekrochen und haben scharf nachgedacht. Und sobald wir durch intellektuelles Nachdenken das Problem selbst gelöst hatten, haben wir die Höhle wieder verlassen – und weitergespielt.“</p>
<p>Damals sei den Männern niemand lästig geworden. Niemand habe sie gefragt: „Was hast du denn?“ – „An was denkst du gerade?“ – „Ich spür doch, dass du was hast.“ – „Reden wir doch darüber!“ – „Jetzt sag’s doch endlich!“</p>
<p><strong>Darauf reagieren Frauen schlimmer als auf vorzeitige Ejakulation</strong></p>
<p>Auf dem Mars sei es für Männer in Ordnung gewesen, problemlösend zu kommunizieren. Darum rät Ludwig seinen Geschlechtsgenossen: „Wenn eine Frau ein Problem hat, sagen Sie ihr um Himmels Willen keine Lösung! Sie will über das Problem nur reden. Nur reden!“ Wenn die Frau ihrem Mann erzähle: „Ich habe Probleme mit meinem Chef“, solle er um Himmels Willen nicht sogleich die Lösung bieten, indem er ihr rate: „Na und, dann kündige eben.“ Der Sexualtherapeut hat in seiner Praxis die Erfahrung gemacht: Frauen ahnden vorzeitige Lösungsvorschläge schlimmer als vorzeitige Ejakulation.“</p>
<p>Er legt Männern nahe, die Venussprache zu erlernen. Die gehöre zum Rüstzeug des fortschrittlichen Mannes – nicht nur fürs private sexuelle Vergnügen, sondern auch fürs Geschäftsleben. Darum, wenn sie erzählt, sie habe Probleme mit ihrem Chef, wäre seine Antwort eine gute Antwort, wenn sie lauten würde: „Ja, das kenn&#8217; ich gut.- So ist es mir auch schon gegangen. – Und ich kenne jemanden, dem geht’s genauso.“</p>
<p><strong>Männer sollten sich an einen Damentisch robben</strong></p>
<p>Ludwig legt Männern nahe, mit einer Zeitung als Schutzschild in ein Café zu gehen und sich dann an einen Damentisch heranzurobben. Im nächsten Schritt plädiert er dafür, dieser Damenrunde mit ungeteilter Aufmerksamkeit zwei Stunden lang zuzuhören – ohne einzugreifen. „Auch wenn es schwer fällt. Bleiben Sie ruhig, während Sie hinter Ihrer Zeitung lauschen.“</p>
<p>Der Mann würde bemerken, dass Frauen zwei Stunden über Probleme reden können, ohne eine Lösung vorzuschlagen. Erst ganz zum Schluss werde es konkret.</p>
<p><strong>Männer werden dabei wahnsinnig </strong></p>
<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/direktangriff1.jpg"></a>Der Therapeut verheimlicht nicht, dass manche Männer dabei wahnsinnig werden. „Andere beginnen automatisiert zu nicken.“ Und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass es „dieselbe Kommunikationsdiskrepanz dummerweise auch bei der körperlichen Liebe“ gibt.</p>
<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/direktangriff.jpg"></a><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/direktangriff2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-973" style="float: left;" title="Männer lieben den Direktangriff ihrer Partnerin." src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/direktangriff2.jpg" alt="Männer lieben den Direktangriff ihrer Partnerin." width="169" height="179" /></a>„Wir Männer hätten gern den direkten Angriff auf unsere einzige erogene Zone. Doch was machen die Damen von der Venus? Die suchen irgendwo oben herum.“ Währenddessen liege der Mann verzweifelt abwartend auf der Matratze herum und denke „Mein Gott, so findet sie IHN nie.“ Darum rät der Sexualtherapeut Frauen: „Auch wenn Sie schon zehn Jahre verheiratet sind, sollten Sie als Frau den zielorientierten Angriff praktizieren.“ Außerdem sei es eine Frage der Höflichkeit, den Untermieter mit einem Griff unter die Decke zu begrüßen. Zum Beispiel mit folgender Formel: „Ja, hallo, wen haben wir denn da?“</p>
<p><strong>Frauen sollten beim Basteln der Erektion helfen</strong></p>
<p>Und als Mann vom Fach sagt er den Frauen: „Unter uns, spätestens ab 50 müssen Sie als moderne Frau beim Basteln der Erektionen ohnehin ein bisschen nachhelfen und Hand anlegen.“ Er meint, Paare, die nicht bereit seien, „es gemeinsam zu erbasteln“, könnten sich immer noch vom Urologen helfen lassen.</p>
<p>Bei einem Vortrag zum Thema stellt sich der Therapeut vors Publikum. Er fragt die männlichen Zuhörer: „Welche Männer hätten nichts dagegen, noch in dieser Woche einen direkten Angriff zu erleben?“ Die Männer, „die das ganz witzig finden würden,“ bittet er zu summen. Jetzt. Die Antwort aus dem Publikum lautet: „Mmmmmm.“ Ludwig hört, dass manche Männer nicht gesummt haben und sagt ihnen, sie verdienten den Angriff nicht. Er meint, diese Schweiger würden nackt ans Bett gefesselt und irgendwo oben gestreichelt, unter dem Motto: „Mal schauen, ob du kommen kannst, ohne dass wir ihn berühren.“</p>
<p><strong>Kreisend die Innenseiten seines Oberschenkels bürsten</strong></p>
<p>Seine Anweisung an die Frauen lautet: „Falls er noch nicht um Gnade winselt, bleibt er gefesselt und Sie holen die elektrische Zahnbürste. – Jetzt bürsten Sie auf der Innenseite des nackten Oberschenkels in kleinen Kreisen aufwärts. Ohne Zahnpasta. Sie werden sehen, es passiert etwas Hochinteressantes.“</p>
<p>Der Fachmann erwähnt den „Cremaster-Reflex“ (lat. von Kremaster: Aufhänger, der den Hodensack spannende Muskel): Dieser Reflex sei die lustigste Reaktion im männlichen Körper. Unter Verzicht auf weitere Fachtermini versucht der Wissenschaftler das Phänomen zu erklären: „Die Eier, pardon, der Hoden fürchtet sich vor der Zahnbürste, obwohl er das Ding gar nicht kennt. – Es fetzt ihn weg. Nicht mehr sichtbar. Nicht mehr tastbar. Futsch.“ Und der evolutionsbiologische Wahnsinn dabei sei: „Dem daneben ist das völlig egal! Der hängt ganz einfach weiter ab.“ Das sei nicht geil aber lustig. „Und falls Ihnen diese Sache zu blöd ist, können Sie die Zahnbürste umdrehen und sich selbst vergnügen.“</p>
<p><strong>Männer brauchen nur ein Gebüch. Oder ein Auto. Oder sowas.</strong></p>
<p>Um seine männlichen Zuhörer nicht zu verängstigen, sagt Ludwig ihnen, was ganz normal und männlich ist: „Wir Männer brauchen keine Vorbereitungen. Wir sind schon ready. Wir brauchen nur eine Gelegenheit. Ein Gebüsch. Ein Auto. Ein Hotel. Einen Aufzug (der stecken bleibt). Ein Zugabteil, hoffentlich leer. &#8211; Egal.“</p>
<p>Da der Therapeut herausgefunden hat, dass Frauen auf Vorbereitungen nicht verzichten wollen oder können, verrät er den Männern, wo der wichtigste Einlass in das weibliche Becken ist: „Nicht unten, sondern oben zwischen den Ohren. – Hier muss man eine Frau penetrieren. – Da geht’s hinein.“ Und so kommt Bernhard Ludwig langsam zum „Ohr-gasmus“.</p>
<p><strong>So geht&#8217;s direkt zum Audio-Sex</strong></p>
<p>Damit seine männlichen Zuhörer nicht mit einem Missverständnis nach Hause und in ihre erotische Praxis gehen, fügt er sicherheitshalber hinzu, sie sollten sich bitte nicht mit einem Filzstift Richtung Ohr ihrer Liebsten bewegen: „Sie müssen reden! Ganz lieb reden!“ Zum Beispiel so: „Ich liebe dich.“ Oder so: „Ich brauche dich.“ Oder so: „Bitte nimm nicht ab, du gefällst mir so wie du bist.“</p>
<p>Das auf diese Weise entsendete männliche Signal wandere an der Frau von oben entlang einer geheimen direkten Verbindung nach unten.“ Diese geheime Verbindung sei der sagenumwobene „Audio-Genitaltrakt“. Dieser führe bei der Frau zu Audio-Sex – oder auch Ohr-alsex.</p>
<p><strong>Ein schwieriger aber wichtiger Schritt für den Mann</strong></p>
<p>Außerdem sollten Männer gegenüber Frauen sparsam mit ihrem Wissen sein. Das heißt, wer die reizvollsten Betätigungsfelder der Frauen erkannt und genau im Auge habe, solle so tun, als habe er keine Ahnung. „Schleichen Sie sich zur Abwechslung auf Venus-Art an. – Aber nicht mit Mars-Geschwindigkeit. Wenn Sie bei ,1’ angelangt sind, hören Sie das erste Mal auf und fangen noch einmal von vorne an. Und wenn sie dann bei ,2’ sind und die Frau schon sagt: ,Uhh, mmh, ja, mach da ein bisschen weiter!’, dann sagen Sie: ,Nein, jetzt fangen wir noch einmal an.“</p>
<p>Der nächste Schritt sei der schwierigste und wichtigste: „Wenn Sie bei ,3’ sind und die Frau sagt: ,Uuh, ja, komm, mein Schatz, es geht gleich los!’, dann atmen Sie als Mann zweimal tief durch – und fangen noch einmal an.“</p>
<p><strong>Nicht gleich mit dem ersten billigen Orgasmus begnügen</strong></p>
<p>Männer sollten sich in dieser Situation bitte nicht mit dem „ersten billigen Orgasmus, den kleinen Zwergen“ ihrer Frau begnügen, auch wenn diese in Serie daherkämen: „Nur Mut, trauen Sie sich!“, ermuntert der Sexualtherapeut. Die Spannung steige, bis endlich „The Big O… Auf ihn wollen Sie hinaus!“ Außerdem sei dann sichergestellt, dass für dieses Mal Ruhe ist.</p>
<p>Comics aus: &#8220;Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit&#8221; von Berhard Ludwig<br />
Foto: kitekun</p>
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		<title>Sie werden die Lust nie los</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 04:44:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor Jahrzehnten verhalf er jungen Paaren sexuell auf die Sprünge, heute engagiert er sich für die Erfüllung der (geheimen) Wünsche älterer Menschen. Oswalt Kolle, Symbolfigur der sexuellen Revolution in den Sechzigerjahren, rüttelt auch mit fast 80 Jahren leidenschaftlich an Tabus. &#8220;Das ist doch peinlich.&#8221; Der Journalist, Autor und Filmemacher mag keine Vorurteile. Schon gar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/wolkeneun.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-965" style="float: left;" title="Szenefoto aus Andreas Dresens Film \" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/wolkeneun.jpg" alt="Szenefoto aus Andreas Dresens Film \" width="189" height="128" /></a>Vor Jahrzehnten verhalf er jungen Paaren<br />
sexuell auf die Sprünge, heute engagiert<br />
er sich für die Erfüllung der (geheimen)<br />
Wünsche älterer Menschen. Oswalt Kolle,<br />
Symbolfigur der sexuellen Revolution in<br />
den Sechzigerjahren, rüttelt auch mit fast<br />
80 Jahren leidenschaftlich an Tabus.<span id="more-964"></span></p>
<p><strong>&#8220;Das ist doch peinlich.&#8221;</strong></p>
<p><a href="http://www.liebe-art.de/service/der-tabu-brecher/962">Der Journalist, Autor und Filmemacher </a>mag keine Vorurteile. Schon gar nicht die Ergebnisse einiger Umfragen, nach denen die meisten jungen Menschen in Deutschland glauben, Sex finde ab 45 nicht mehr statt. Diese Annahme, dass dann alles zu Ende sei, nennt Kolle in einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk „erschreckend“. Er vermutet, junge Menschen wollten nicht, „dass Papa und Mama noch Sexualwesen sind.“</p>
<p>Ältere Menschen hätten diesbezüglich vielfach auch selbst ein ungutes Gefühl, denn sie sagten: „Das ist doch peinlich, wenn ich in meinem Alter noch mit Sexualität daherkomme.“</p>
<p><strong>Fallstricke auf dem Weg ins Bett</strong></p>
<p>Kolle räumt ein, viele ältere Menschen hätten durchaus Schwierigkeiten in der Sexualität. Dies jedoch schon allein wegen der Gedanken, die ihnen durch den Kopf gingen: „Ich bin alt, ich bin nicht mehr so attraktiv, es ist doch peinlich, wenn ich Sexualität haben möchte.“</p>
<p>Natürlich gebe es auch andere, die sagten: „Ich will mich nicht zwingen lassen.“ Dies zu äußern, sei selbstverständlich richtig, denn Sexualität müsse freiwillig geschehen. „Aber den Leuten Mut zu machen, die auch im Alter noch Sexualität haben wollen, die noch auf der Suche nach einem neuen Partner sind, und denen zu sagen, wo die Fallstricke liegen, an denen sie scheitern können, finde ich sehr wichtig.“</p>
<p><strong>Widerspruch</strong></p>
<p>Wichtig sei es auch, Menschen zu sagen: „Wenn es aus irgendwelchen Gründen gar nicht mehr geht, dann gibt es heute Möglichkeiten, dies zu ändern. Die Ärzte haben dafür wirklich gute Möglichkeiten gefunden, also nutzt sie auch.“</p>
<p>Auch bezüglich Viagra vertritt Oswalt Kolle eine klare Meinung. Wenn behauptet werde, mit solchen Medikamenten sei „das Ganze nicht mehr spontan“, antworte er: „Was reden Sie denn? Es ist nicht mehr spontan, wenn es ein Stress ist, wenn der Mann keine Erektion mehr hat oder die Frau nicht mehr kann oder keine Lust mehr hat. Das ist Stress im Bett.“</p>
<p><strong>Immer dieselben Fragen und Unsicherheiten</strong></p>
<p>Aber auch in diesem Bereich sei es vor allem wichtig, darüber zu reden. Paare sollten sich gegenseitig sagen können, was sie miteinander wollen. „Und wenn man älter ist, dann sollte man das inzwischen doch wirklich können.“</p>
<p>Der verbreiteten Meinung, Sexualität werde mit steigendem Alter ganz anders, hält Kolle entgegen: „Nein, das sind dieselben Gefühle wie als junger Mensch auch. Wenn ich mich heute in eine zehn Jahre jüngere Frau oder auch in eine Frau in meinem Alter verliebe, dann habe ich dasselbe Problem wie früher – und sie mit mir auch: Wie weit gehen wir jetzt? Was wollen wir eigentlich voneinander? Wollen wir überhaupt Sexualität? Welche Art von Sexualität? Wollen wir uns nur streicheln, oder wollen wir richtig Geschlechtsverkehr haben? Wollen wir eventuell Mittel nehmen?“</p>
<p>Männer und Frauen könnten sich heute zahlreiche Mittel geben lassen, um ihre sexuelle Lust wieder zu wecken. „Man muss halt wissen, was es alles gibt, und man muss miteinander reden darüber.“</p>
<p><strong>&#8220;Ich habe mehr Lust denn je.&#8221;</strong></p>
<p>Oswalt Kolle hat sich oft den Vorwurf anhören müssen, er habe den Menschen durch viele öffentlich dargestellte Sexualität die Lust genommen. Dazu meint er, das beste Beispiel, das man dadurch die Lust nicht verliere, sei er selbst. „Ich habe mich 50, 60 Jahre lang beruflich mit Sexualität befasst: Ich müsste daher demgemäß so lustlos wie ein Frosch sein. Aber ich habe mehr Lust denn je,“ sagt der Mann, der am 2. Oktober 2008 seinen 80. Geburtstag feiert. „Ich finde es immer noch ungeheuer spannend, zu flirten und zu erleben, was gut gelebte Sexualität bedeutet.“</p>
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		<title>Der Tabu-Brecher</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 13:19:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Er hatte immer zwei Ziele. In beiden drehte sich alles um Liebe und um Sexualität. Auf seinem Weg wurde er bewundert und verachtet. So manche seiner Gegner behaupteten, dieser Mann sei für die Menschen schlimmer als der Zweite Weltkrieg. Will Männer erotischer machen Das war in den Sechzigerjahren. Am 2. Oktober wird der Mann, der einst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/oswalt-kolle.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-963" style="float: left;" title="Oswalt Kolle - Symbolfigur der sexuellen Revolution" src="http://www.liebe-art.de/wp-content/uploads/2008/09/oswalt-kolle.jpg" alt="Oswalt Kolle - Symbolfigur der sexuellen Revolution" width="138" height="181" /></a>Er hatte immer zwei Ziele. In beiden drehte<br />
sich alles um Liebe und um Sexualität.<br />
Auf seinem Weg wurde er bewundert und<br />
verachtet. So manche seiner Gegner behaupteten,<br />
dieser Mann sei für die Menschen schlimmer<br />
als der Zweite Weltkrieg. <span id="more-962"></span></p>
<p><strong>Will Männer erotischer machen</strong></p>
<p>Das war in den Sechzigerjahren. Am 2. Oktober wird der Mann, der einst heftigste Keile ins deutschen Wertesystem trieb, 80 Jahre alt: der Journalist, Autor und Filmemacher Oswalt Kolle (Foto).</p>
<p>In einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk sagt er über seine einstigen Ziele, erstens habe er immer versucht, Männer erotischer zu machen und zweitens Frauen zu dem Bewusstsein zu verhelfen: „Ich habe als Frau meine eigene Sexualität.“</p>
<p><strong>Dann werden Männer mit dem Rücken zur Wand stehen</strong></p>
<p>„Ich wollte den Männern begreiflich machen, dass Sexualität nicht darin besteht, ,dass du das Ding da reinsteckst, kurz ein bisschen wackelst und das war’s dann.’“ Das sei nicht die Sexualität. Darum habe er damals propagiert: „Wenn ihr Männer das nicht lernt, dann werdet ihr bald mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Denn Kolle ging davon aus, dass Frauen sich merkten, was er ihnen ins Bewusstsein rief: „Ich bestimme für mich selbst, was Erotik ist! Ich muss deutlich machen, was ich möchte! Ich muss selbst sagen, was ich möchte!“</p>
<p>Als „Aufklärer der Nation“ spitzte Oswalt Kolle das Ich-Bewusstsein insbesondere von Frauen, das so geplättet war wie ein Bleistift nach einem ellenlang geschriebenen Brief. Aber sein Ich-Bezug hatte nichts mit jener Egomanie zu tun, zu der heutzutage insbesondere so manche Esoterik-Autoren aufstacheln. Bei Kolle ging es nämlich neben aller Sexualität immer auch um Liebe – und zwar nicht lediglich um die Liebe zu sich selbst, sondern um die zum Partner. „All die Bücher, die es damals über Liebe gegeben hatte,“ erinnert sich der Autor, „haben die Sexualität doch einfach ausgespart.“</p>
<p><strong>Männer im Kino verführt</strong></p>
<p>Was er vor Jahrzehnten zu sagen hatte, vermittelte er mit Büchern, Zweitschriftenserien und Filmen wie „Das Wunder der Liebe“ und „Sexualität in der Partnerschaft“. Seine Filme waren ihm wichtig, weil er mit ihnen etwas schaffte, was ihm mit seinen Büchern nicht gelang. Er wollte, dass nicht nur Frauen sondern auch Männer sie lesen lesen. Die taten es aber nicht – auch dann nicht, wenn ihre Frauen sie dazu animierten.</p>
<p>Oswalt Kolle erinnert sich an die Fragen, mit denen Männer ihren Frauen antworteten: „Wieso? Ist etwas falsch? Hast du Kritik an mir? Bin ich nicht gut im Bett? Was brauche ich den Kolle?“ Aber in seine Filme hätten die Frauen ihre Männer mitnehmen können. Und endlich hätten Frauen – trotz aller Verklemmung – anhand der Bilder zu ihren Männern sagen können: „Mir geht es genauso wie der Frau dort oben auf der Leinwand. Das ist auch mein Problem. Du bist zu schnell, zu wenig zärtlich.“</p>
<p><strong>&#8220;Wenn solche schweinischen Ausdrücke&#8230;&#8221;</strong></p>
<p>Kolle war es, der in den Sechzigerjahren als Redakteur der Zeitschrift „Quick“ die Serie „Dein Kind das unbekannte Wesen“ schrieb. Im Interview erzählt er, was er damit angerichtet hatte. Er habe dafür plädiert, im Rahmen der sexuellen Aufklärung von Kindern die Geschlechtsorgane richtig zu benennen und sie nicht mit „dummen Ersatzwörtern“ wie „Schnullerchen“ und so weiter zu belegen.</p>
<p>Er schrieb in der „Quick“, man solle endlich Penis und Glied und Scheide und Vagina sagen. „Der Erfolg war, dass der damalige Bundesfamilienminister Franz-Josef Wuermeling von der CDU einen Brief an den Chefredakteur der „Quick“ schrieb. Darin habe gestanden: „Wenn solche schweinischen Ausdrücke wie Penis und Glied noch einmal in der Quick erscheinen, dann werde ich persönlich für ein Verbot der Quick sorgen.“</p>
<p><strong>Das aktuelle Schweigen</strong></p>
<p>Derartige Bandagen wirken heute lächerlich. Aber ist die Gesellschaft inzwischen freier geworden? In wesentlichen Bereichen nicht, meint Kolle, denn in den Ehen herrsche zum Teil immer noch ein Schweigen über Sexualität. „Wir reden heute zwar öffentlich sehr viel über Sexualität, aber wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir, dass Paare untereinander immer noch zu wenig darüber reden, was sie eigentlich wollen und nicht wollen.“</p>
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