Liebe ART

Sprechen.  Verstehen.  Beziehung schaffen.
Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Akzeptiertes Fremdgehen

Seitensprung: Fremdgehen mit Einverständnis des Partners - ein Ideal?Was in Herrschaftshäusern schon immer gang
und gäbe war, was von manchen Intellektuellen
und Künstlern im Lauf der Geschichte aufgegriffen
wurde, verstehen heute auch viele Durchschnitts-
menschen als lebbares Ideal: zwei oder
mehr Liebesbeziehungen gleichzeitig zu leben – und
das im Einvernehmen mit dem Erstpartner. Aber ist
dieses Ideal realisierbar?

Das Ungewöhnliche mit Selbstverständlichkeit vertreten

Die Wissenschaft nennt diese Lebensweise Polyamory. Deren Wurzeln reichen bis in die früheste Menschheitsgeschichte zurück. Die monogame Zweierbeziehung hingegen etablierte sich erst sehr viel später. (Wie es dazu kam, erklärt Marie-Luise Schwarz-Schilling in ihrem Buch „Die Ehe. Seitensprung der Geschichte“.)

Die Psychologin Sonja Mayr-Stockinger beschäftigte sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Thema Polyamory. In der “Wiener Zeitung” sagt sie: “Es gibt tatsächlich eine Menge Menschen, die diese Beziehungsalternative leben.” Sonja Mayer Stockinger führte im Rahmen ihrer Arbeit entsprechende Interviews und staunte, „mit welcher Selbstverständlichkeit sie es tun.”

Viele prominente Vorbilder

Die Psychologin sagt, Polyamory setze weit mehr voraus als eine Zweierbeziehung: Liebe sei ohne Empathie nicht möglich, und es bedürfe einer gehörigen Portion davon, mehrere Menschen lieben und Eifersucht managen zu können sowie Verantwortung für ein solches Beziehungsgeflecht zu übernehmen und stets aufrichtig zu sein.

Dass eine solche Lebensweise realisierbar ist, zeigen einige Namen aus der Geschichte: Friedrich Engels, Jean-Paul Sartre, Bertrand Russel, John Maynard Keynes, Bertold Brecht, und auch Virginia Woolf, Simone de Beauvoir, Edna St. Vincent Millay und Vita Sackville-West. Trotz der Vielzahl prominenter Beispiele sei diese Lebensweise längst nicht für jede Frau und jeden Mann lebbar. Ein polyamoröses Leben setze gereifte Persönlichkeiten voraus, sagt Sonja Mayr-Stockinger (links) – und dies vor allem dann, wenn die Partner Kinder haben. Außerdem sei Polyamory keine Alternative für Menschen, für die es bereits problematisch sei, ihre eigentliche und erste Beziehung auch liebe- und respektvoll zu führen.

Das Positive an der Sache

Auf dem Holzweg befänden sich alle, die eine Polyamory als Freibrief für ein ungezügeltes Triebleben wie im Swingerclub verstehen. Denn Sexualität sei polyamorösen Menschen ebenso wichtig und gleichwertig wie die Liebe.

Sonja Mayr-Stockinger sieht allerdings auch, dass Polyamory eine andere Sicht auf das Leben eröffne. Sie könne das Sozialverhalten fördern und eine Fülle verschiedenster Liebes- und Sexualbeziehungen offerieren. Dies jedoch nur, unter strikter Einhaltung vereinbarter Spielregeln „und wenn man damit umgehen kann“.

Comments

  1. fabiana
    April 1st, 2008 | 07:0

    wie oben schon erklärt wird, denke ich auch, wohl auch aus eigener erfahrung resultierend, daß es kaum lebbar ist, sich mit 2 oder mehreren partner zu finden und das alles auch noch stressfrei zu handeln.

    in diesen beziehungen, so schön sie für eine zeitlang auch sein mögen, stellt sich meist früher oder später die situation ein, dass einer oder mehrere der eifersucht erliegen, daß die eigenschaft des teilenkönnens, dann eben nicht mehr einzuhalten und zu gewährleisten ist; oftmals taucht auch die frage auf, ob man wirklich jeden der partner gleichwertig liebt, oder in welchem maße die abstufungen stattfinden und lebbar sind.

    teils mag auch eigener egoismus mitschwingen, denke ich. man sucht sich mehrere partner, die sich meist auch noch gegenseitig irgendwie ergänzen, oder die mangelnden eigenschaften oder qualitäten eines partners auffangen, so puzzelt man sich dann den TRAUMmenschen zusammen mithilfe von mehreren partnern, die man vermeintlich liebt.

    das modell alle unter einem dach und jeder weiss von jedem ist kaum lebbar; es ist sogar mehr als schwer.
    was es durchaus gibt sind parallelbeziehungen, die auch funktionieren können, letztlich endet aber alles dann doch in der konfrontation, und man muss sich entscheiden, am ende, so kenne ich das, steht man alleine da und verliert alle partner, die man sich so zusammengeliebt hat, vermeintlich geliebt hat, möchte ich auch dazu sagen; denn wie oben ebenfalls angeführt, gehört zu solch einer lebensweise sicherlich und absolut eine gewisse reife und erfahrung im umgang mit sich selbst und anderen; als junger mensch scheitert man meist zwangsläufig an diesem lebens- und liebesmodell, wobei ich mich bis heute frage, ob es überhaupt wirklich und real lebbar ist und auch wenn es prominente gibt oder gab, die das lebten, so ist immer noch nicht geklärt, wie sie es gelebt haben, denn niemand von uns war dabei und kann sagen, wieviel stress diese beziehungspartner wirklich untereinander gehabt haben….ob alles eitel sonnenschein war? ich wagen leise daran zu zweifeln….

  2. rosa
    April 25th, 2008 | 09:0

    ich wagen auch leise zu zweifeln…

Leave a reply