Liebe ART

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Bald Pille gegen Eheprobleme?

Gibt es bald eine Pille gegen Eheprobleme?„Es wird nicht mehr lange dauern, bis
Pharmaka entwickelt werden, die die
Liebesfähigkeit steigern oder auch mindern
können.“ Das schreibt Larry Young von der
Emory-Universität im US-Bundesstaat Georgia
im Fachmagazin „Nature“.


Wissenschaftler sehen neues Kapitel der Liebesforschung

Sein Schlüsselwort zu diesem Thema ist Oxytocin, das Hormon, das eine luststeigernde Wirkung auf Menschen und Tiere hat. Young sagt, Experimente hätten gezeigt, dass Oxytocin, wenn es über ein Nasenspray inhaliert werde, kurzfristig das Vertrauen in andere Menschen stärken könne und die Stimmung maßgeblich beeinflusse.

Der amerikanische Biologe verkündet, es sei ein neues Kapitel in der Liebesforschung erreicht: In absehbarer Zeit seien Medikamente verfügbar, mit denen auf seriöse Weise Eheprobleme gelöst werden könnten.
Seit Jahren erforschen Young und seine Kollegen die „Zutaten“ der menschlichen Liebe, ihre Evolution und die Veränderungen, die sie in der modernen Gesellschaft erfährt. Die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt, die moderne Liebe stimme mit den ursprünglichen Fortpflanzungsmechanismen nicht mehr unbedingt überein. Larry Young drückt dies so aus: „Die sexuelle Begierde der Frau ist beispielsweise nicht mehr an ihre Fruchtbarkeit geknüpft.“

Stimulation der Brust und ihre Folgen

Außerdem habe sich die Funktion der weiblichen Brust verändert. Ursprünglich habe diese lediglich den „Mutter-Kind-Bindungsmechanismus“ aktiviert. Doch dann sei die Erotik hinzugekommen. Die Stimulation der Brust führe bei der Frau zu einer erhöhten Ausschüttung des Liebeshormons Oxytocin. So werde die emotionale Bindung zwischen den Partnern gestärkt.

„Die Welt“ berichtet von Neurobiologen aus Zürich. Vor fünf Jahren hätten sie die Zentren der Liebe im Gehirn aufgespürt. Damals hatten die Wissenschaftler Probanden Fotos gezeigt, auf denen ihre Partner, Freunde und Bekannte zu sehen waren. Während die Testpersonen auf die Fotos blickten, scannten die Forscher ihre Gehirne im Kernspintomografen. So stellten sie fest, dass vier ganz bestimmte Hirnareale nur beim Betrachten der großen Liebe aktiv sind.

Der Ort für Liebe und Drogenkonsum

Diese Hirnregionen stimmten, so erklären die Wissenschaftler, mit denen überein, die beim Konsum von Drogen wie Kokain oder Heroin stärker arbeiten. Es handle sich um Zentren, die im Menschen Euphorie und Sucht auslösen. Andere Hirnregionen, die für die Verarbeitung negativer Gefühle und für die kritische Einschätzung von Personen zuständig sind, seien in dieser Phase blockiert. Dies sei auch nachvollziehbar, denn: „Wer liebt, beurteilt den Begehrten weniger skeptisch.“ Auf diese Weise erklären die Hirnforscher also auf neurobiologische Art den Effekt der rosaroten Brille.

Ein Liebesgen, dessen Wirkung die amerikanischen Forscher bereits bei Wühlmäusen untersucht haben, ist laut ihrer Erkenntnis auch im Menschen aktiv. Sein Name: AVPR1A. Je nach Ausstattung dieses Liebesgens variiere die Qualität der Partnerschaft. Larry Young sagt: „Männer, die eine bestimmte Variante dieses Gens in sich tragen, bleiben doppelt so häufig unverheiratet wie Männern mit einer anderen Genvariante.“ Wenn solche Männer dennoch heirateten, berichteten sie häufiger davon, in ihrer Beziehung unglücklich und unzufrieden zu sein. „Bei Männern wie Mäusen bestimmt die Gen-Ausstattung, wie sensibel ihr Gehirn für das Bindungshormon Vasopressin ist – und wie viel Glück sie in der Liebe haben“, sagt Young.

Firmen sind bereits im Geschäft mit der Liebe

In Anbetracht solcher Erkenntnisse wundert es nicht, dass erste Unternehmen das Marktpotenzial bereits erkannt haben: „Die Welt“ berichtet über die Firma „Vero Labs“ in Florida. Sie vertreibe ein Oxitocin-Parfüm namens Liquid Trust. Das Liebesspray koste in der normalen Version 49,95 Dollar, als Turbo-Version sei es für 79,95 Dollar zu haben.

Foto: Dommy/Quelle: PHOTOCASE

Comments

  1. März 12th, 2009 | 06:0

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