Liebe ART

Sprechen.  Verstehen.  Beziehung schaffen.
Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Die Kraft guter Beziehungen

Beziehungb.jpgBelastende Beziehungen sind
keineswegs „nur“ unangenehm.
Von der Qualität einer Beziehung
hängt weitaus mehr ab als landläufig
bekannt ist. „Gute Beziehungen
sind nämlich lebenswichtig,“ sagt
Prof. Joachim Bauer, Leiter der
Abteilung für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie der
Universitätsklinik Freiburg.

Eine noch recht junge Erkenntnis

Warum das so ist, erklärte der Wissenschaftler im österrreichischen Kultur- und Seminarzentrum Schloss Goldegg anlässlich der 26. Goldegger Dialoge.

Die Wissenschaft ist sich noch gar nicht so lange darüber im Klaren, dass Menschen über „passable Werkzeuge“ verfügen, mit denen sie gute Beziehungen herstellen. Bauer spricht in diesem Zusammenhang von Spiegelnervenzellen, die er als „neurobiologische Sensation“ bezeichnet. Diese Zellen speichern, was Menschen uns signalisieren. Das heißt, sie spiegeln, was in unserem Gegenüber vor sich geht und lösen eine dementsprechende Resonanz in uns aus. Bauer sagt: „Das Mittelhirn belohnt jedes gelungene Miteinander, jedes Mitfühlen, jedes Akzeptiertwerden durch Botenstoffe, die ihrerseits dann Wir-Gefühle und Wohlbefinden in uns erzeugen.“ Der Wissenschaftler bezeichnet diese Botenstoffe als „körpereigene Drogen“. Und diese Drogen verleiten uns nicht nur zu dauerhaften Bindungen, sie heben sogar die Schmerzschwelle und stärken unser Immunsystem.

Andererseits: Durch Einsamkeit wird unser Immunsystem geschwächt. Fazit: Menschen, die in intakten Beziehungen leben, verkraften Krankheiten besser „und älter werden sie auch noch.“

Verheerende Folgen für Kinder

Für das Aufwachsen von Kindern sind die Spiegelneuronen elementar wichtig. Durch sie lernen Kinder es, sich in die Einstellungen und Empfindungen anderer Menschen einzufühlen. Dieses Lernen gehört zum menschlichen Reifungsprozess, aber es gelingt nur, wenn Kinder Rücksicht und Zärtlichkeit vorgelebt bekommen. Dann können und wollen sie dieses Verhalten imitieren und für sich übernehmen. In umgekehrter Weise, so Joachim Bauer, zeige die Gewalt im Fernsehen bei Kindern Folgen. In diesem Fall jedoch „verheerende“.

Alter Spruch nach wie vor aktuell

Evolutions- und Sozialpsychologie sind der Überzeugung, dass der Mensch grundsätzlich nicht auf Konkurrenz und Kampf programmiert ist. Der Freiburger Professor sagt, der Mensch sei von Natur aus auf gute soziale Beziehungen aus und sehne sich nach emotionaler Resonanz. „Oberstes biologisches Prinzip ist sogar Kooperation.“ Durch Aufmerksamkeit, Verständnis, Anerkennung, Wertschätzung und Zuneigung würden im Gegenüber Schwingungen ausgelöst, die auf uns selbst zurückwirken. Das heißt: Der alte Spruch „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ hat immer noch und weiterhin Konjunktur.

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