Liebe ART

Sprechen.  Verstehen.  Beziehung schaffen.
Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Egal, wen du heiratest

Ganz so einfach, wie es der Buchtitel verspricht,
funktionieren Beziehungen wohl kaum. Der Titel
lautet nämlich: „Liebe dich selbst und es ist egal,
wen du heiratest“. Auch im Innern des Buches
ecke ich an, weil die Autorin Eva-Maria Zurhorst
arg predigend formuliert. Und dennoch: In diesem
Buch ist eine wichtige Wahrheit versteckt.


Bloß nicht in den Spiegel sehen

Wenn ich nämlich mit mir mal so richtig unzufrieden und deshalb schlecht drauf bin, habe ich allenfalls noch die Attraktivität eines verrosteten Schälmessers. Dann kommen nicht einmal mehr die tolerantesten Freunde mit mir klar. Und wehe, wenn ich in so einem Moment an einem Spiegel vorbeikomme: Den, den ich darin entdecke, hätte ich am liebsten nicht gesehen.

Damit bin ich aber kein Einzelfall. Solches ist verbreitet und deshalb zutiefst menschlich. Jetzt stelle man sich vor, einer, der sich selbst nicht ausstehen kann, ginge auf Partnersuche. Gruselig wird die Vorstellung, wenn so einer nach dem Prinzip „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ verfährt. Der fährt doch geradewegs in die Sackgasse. Denn wenn tatsächlich jemand bei ihm anbeißen würde, hieße das, dass zwei Stinkstiefel zusammen wären, die gemeinsam die Luft verpesten.

Mit Ausstrahlung die Welt verändern

Anders herum, wenn ich in Gewinnerlaune bin, scheine ich auch für viele, die mit mir zu tun haben, ein Gewinn zu sein. Meine Stimmung überträgt sich auf sie. Aber nicht nur auf Freunde, sondern – und das ist das Bemerkenswerte – auch auf die, die sonst wenig mit mir am Hut haben. Ich kann sogar noch eins draufsetzen und sagen: Sobald ich mich selbst okay finde, finden mich auch jene okay, die mir sonst sofort mit kritischen Bemerkungen Geröll auf die Karrierestraße werfen.

Abgesehen vom Buchtitel fällt mir in diesem Zusammenhang ein anderes Wort ein. Eins aus der Bibel, und das lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Da ist was dran. Für mich heißt das: Wenn ich mich selbst nicht ausstehen kann, bin ich ein mieser Liebender. Ich habe überhaupt nicht die Kraft, jemanden wohlwollend, wertschätzend oder liebend zu betrachten. Denn sobald ich mich mit einem Menschen beschäftige, fällt mir auf, welche seiner guten Qualitäten mir fehlen. Wenn ich es aber schaffe, mit mir ins Reine zu kommen, mich zu akzeptieren und sogar zu mögen, dann bin ich gepowert für die, die mir begegnen. Wenn ich dann den Nächsten liebe wie mich selbst, wird’s ihm gut tun. Und wenn ich das registriere, geht’s mir noch besser.

Comments

  1. Holger
    Juni 9th, 2008 | 09:0

    Wie wahr, wie wahr! Ich habe das Buch auch gelesen und sehe das genauso. Die Schreibweise ist nicht gerade ansprechend. Predigend ist hier genau der richtige Ausdruck. Wenn man das aber überliest, sieht man den guten Gedanken der Autorin. Liebe dich selbst! Ich habe dazu ein sehr schönes Beispiel. In meinem Supermarkt gibt es eine Kassiererin, die lächelt immer und ist stets gut gelaunt. Es freut mich jedesmal, wenn ich sie sehe. Solche Menschen verändern die Welt!

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