Liebe ART

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Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Flirten in fester Beziehung

Flirtb.jpg„Auch in der Ehe darf und
muss geflirtet werden.“
Das behauptet jedenfalls
Deutschlands Flirt-Experte
Stephan Landsiedel.

 

 


Bis die Luft flimmert

Andererseits geht durchs Flirten so manche partnerschaftliche Harmonie zu Bruch: Ein Paar unterhält sich bei einer Fete mit anderen Gästen, und er bekommt mit, wie die Blicke seiner Frau und die eines fremden Mannes eine heimliche Verbindungslinie bilden. Er kann sich auf das Gespräch in der Runde nicht mehr konzentrieren, versucht, die ungesprochenen Worte zwischen seiner Frau und dem Fremden zu entziffern. Je länger er dem stillen Austausch der beiden zuhört, desto heißer sieht er die Verbindung zwischen ihr und ihm glühen. Dann tanzt sie mit dem Fremden – so, als sei er ihr mindestens so bekannt wie der eigene Mann. Und er sieht die Bewegungen ihrer Körper zum rhythmisch erotischen Sound so erhitzt, dass die Luft im Raum flimmert.

Warum Menschen es reizvoll finden zu flirten, obwohl sie scheinbar zufrieden in einer festen Beziehung leben, darum geht es in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift “emotion”. Das Magazin zitiert den britischen Psychiater John Bowlby. Er sagt, die Ursache hierfür liege in zwei grundlegenden und gegensätzlichen Bedürfnissen, die jeder Mensch in sich trage: Bowlby spricht von Bindung und Erkundung.

Warum das Abenteuer lockt

Als Erklärung nennt er den Umgang von Kindern mit ihren Müttern: Einerseits brauchen sie die Nähe ihrer Mutter, andererseits wollen sie hinaus und die Welt erkunden. Der Wissenschaftler sagt, diese Bedürfnisse lege der Mensch im Erwachsenenalter nicht ab. Das heißt, er sehnt sich nach einer festen Bindung, aber wenn er sie hat, reizt ihn das Abenteuer.

Das Abenteuer Flirt hat laut Bowlby noch eine weitere Bewandtnis. Es dient der „Selbstabgrenzung innerhalb einer Beziehung“. Das Magazin „emotion“ schreibt: „Wenn mich einer so anschaut, mit diesem tiefen Blick, dann bin ich immer noch da, existiere weiter als eigenständiges Wesen und löse mich nicht ganz im Wir-Gefüge der Partnerschaft auf.“

So manchen beschäftigt die Sorge, nicht mehr als Individuum sondern als Teil eines partnerschaftlichen Doppelpacks gesehen zu werden, stark. Wer in dieser Sorge lebt, fühlt die Lust zu flirten umso stärker.

So wird ein Flirter gemacht

Der Mensch wird mitunter aber auch regelrecht zum Flirter gemacht. Um zu erklären wie das geht, noch einmal ein Blick zurück in die Kindheit. Stellen wir uns noch einmal ein Kind vor, das – wie jedes Kind – von Natur aus die Nähe zu seiner Mutter braucht und sucht. So manche Kinder machen mit ihrer wichtigsten Bezugsperson eine schlechte und geradezu einschneidende Erfahrung. Das kann durch Ablehnung oder Hinausstoßen passieren oder auch durch eine Bezugsperson, die zu sehr klammert. Wer solche Erfahrungen gemacht hat, begegnet später als Erwachsener nahe stehenden Personen, so John Bowlby, dementsprechend auf sich selbst bedacht. Das heißt, er will zwar einen Partner, weil er aber „im tiefsten Innern nichts Gutes von ihm erwartet“, versucht er im Flirt Distanz zu ihm zu schaffen.

Wenn so jemand nicht flirten dürfte, würde er seine Partnerschaft als ein Gefängnis betrachten, sagt der Diplom-Psychologe Stefan Landsiedel. Aber auch grundsätzlich vertritt der Flirt-Experte die Meinung: „Es darf und muss sogar in der Ehe geflirtet werden – am meisten mit dem eigenen Partner, aber hin und wieder auch nach draußen, sonst werden die Scheidungsraten von 50 Prozent noch weiter steigen.“

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