Geschlechtsumwandlung wäre eine Lösung
Weil Männer so verletzlich sind
Er stellt Männer bloß, zerdeppert ihnen jene
Fassade, mit der sie Frauen imponieren (wollen).
Kritisch formuliert er die Macken seiner eigenen
„hölzernen Rasse“ und rät Männern, endlich einmal
„die größte Liebesgeschichte ihrer eigenen
Biografie“ zu wagen.
Männliches Elend auf den Punkt gebracht
Dr. Mathias Jung geht heftig mit seinen Geschlechtsgenossen ins Gericht, formuliert pointiert männliches Elend, verliert dabei jedoch selbst keineswegs den Mut. Verschmitzt zieht er sich an der Hoffnung hoch, der Mann sei als Mensch „im weitesten Sinn resozialisierbar. – Da ist also noch was zu machen!“
Jung ist Psychotherapeut und Philosoph und arbeitet am Gesundheitszentrum in Lahnstein. Wenn er als Paartherapeut Männern rät, endlich „die größte Liebesgeschichte ihrer eigenen Biografie“ zu wagen, steckt dahinter die Aussage: „Der Mann liebt sich nicht selbst.“
Da wird die Luft für Frauen dünn
Jung versteht diesen Satz nicht als Anleitung zur Selbstverliebtheit. Er fragt sich nur, was dabei herauskommt, wenn Mann sich als ziemlich miese Gestalt fühlt und dann getreu der Bibel seinen Nächsten liebt wie sich selbst. Die Partnerin ist dem Mann (zumindest entfernungsmäßig und in aller Regel) so nahe, dass sie zum Kreis seiner Nächsten gehört. Dort kann die Luft für sie also dünn werden. Durchatmen könnte sie hingegen, wenn der Mann, so Jung, sich selbst anders sehen würde. Es gehe nicht darum, sich selbst zu lieben, „obwohl ich unvollkommen, bedürftig, ängstlich bin, sondern weil ich bedürftig und ängstlich bin – weil ich ein Mensch bin.“ Doch damit täten Männer sich „außerordentlich schwer“.
Biologisch betrachtet sei der Mann das schwächere Geschlecht. Sein Lebensalter liege in Deutschland etwa sechs Jahre unter dem der Frau. Das heiße, Frauen würden fast 81, Männer 75 Jahre alt. „Je älter ich werde,“ gesteht Mathias Jung mit einer gewaltsamen Ernsthaftigkeit, die sonst nur Komikern gelingt, „denke ich über eine Geschlechtsumwandlung nach. – Aber noch haben Sie mich als Mann. Genießen Sie es!“
Was läuft da bei Männern falsch?
Der Psychotherapeut zitiert den „Spiegel“. Im Jahr 2001 veröffentlichte der einen Leitartikel unter der Überschrift „Das zerbrechliche Geschlecht“. Darin hieß es, jenseits des 50. Lebensjahres wirkten sich die jahrelang chronisch ungesunden typisch männlichen Verhaltensweisen aus. Denn während Frauen pfleglicher mit ihrem Körper umgingen, ernährten sich Männer ungesünder und seien im Durchschnitt dicker. Männer rauchten mehr und gingen seltener zur Vorsorge, und überrepräsentiert im Vergleich zu Frauen seien Männer Mörder, Totschläger, Selbstmörder, Alkoholiker und endeten als Unfalltote. Der Spiegel fragte: „Was läuft falsch im Seelenleben des Mannes?“
Mathias Jung nennt in diesem Zusammenhang den Züricher Psychiatrieprofessor Jules Angst. Der mache seit den 70-er Jahren eine Langzeitstudie. Seine Arbeit mit 600 Frauen und Männern habe den Wissenschaftler veranlasst, die Männer als „das verletzliche Geschlecht“ zu charakterisieren.
Ein stillschweigendes Bündnis
In der Altersgruppe zwischen 20 und 40 habe Jules Angst folgende Unterschiede zwischen Frauen und Männern ermittelt: “Bei Depressionen, Angststörungen, Panikattacken oder Phobien sind die Frauen überproportional vertreten.“ Das hänge allerdings auch damit zusammen, dass Männer gegenüber einem männlichen Arzt ungern seelische Probleme preisgeben. „Da gibt es oft ein stillschweigendes Bündnis zwischen Arzt und Patient. Das heißt: Darüber sprechen wir nicht.“
Jules Angst habe belegt, Männer seien bei Suchtkrankheiten eindeutig überrepräsentiert. Alkohol und Drogen tauchten bei Männern dreimal häufiger auf als bei Frauen. Und auch Persönlichkeitsstörungen und soziale Störungen, die sich oft in Gewalttätigkeit äußerten, seien eindeutig ein Männerproblem. Männer favorisierten harte Süchte: Alkohol, Nikotin, harte Drogen. Frauen favorisierten sanfte Süchte: Tablettensucht, Kaufsucht, Esssucht. Jung meint: „Da bewegen sich Frauen in einem hochrangigen Drogenmilieu der Küche.“
Abgeschlagene Köpfe gehen auf ihr Konto
Die Gewalt sei wesentlich eine männliche Erscheinung. Wenn von Gewalt an Schulen gesprochen werde, gehe nicht um Gewalt schlechthin. „Dann geht es um die Gewalt der Jungen.“
Jules Angst sehe in der Sozialisation der Jungen Schritte zur aggressiven Selbstbehauptung. Aber nicht nur das. Auch die Verdrängung von Gefühlen. Mathias Jung nennt ein Beispiel: „Wir kennen das: Mädchen spielen mit Puppen, Jungen spielen mit Sachen. Mädchen sind bezüglich, die stellen Relationen und Beziehungen her, Jungen behaupten sich.“ Das Quälen von Tieren oder das Wegschlagen von Blumenköpfen gehe eher vom Durchschnittsjungen als vom Durchschnittsmädchen aus.
Bereit, sich selbst zu zerstören
Frauen machten zwar dreimal soviel Suizidversuche, aber in ihnen erkennt Jung häufig „appellative Hilfeschreie“. „Männer bringen sich dreimal so häufig tatsächlich um – und dies mit wesentlich brutaleren Methoden.” Der Schweizer Psychiater Jules Angst sieht darin „die große Zerstörungsbereitschaft des Mannes auch gegen sich selbst“.
Um sich umzubringen, brauche man eine gewisse Aggression, meint Mathias Jung. Aggressive Männer verursachten auch schwere Verkehrsunfälle. Der ADAC habe ermittelt, dass drei von vier tödlichen Unfällen von Männern verursacht werden. Jules Angst sagt: „Ich habe viele Motorradfahrer gesehen, die hatten Oberschenkelfrakturen, Nervenschädigungen, drei, vier, fünf Gehirnerschütterungen und hatten immer noch nicht genug.“ Er spricht in diesem Zusammenhang von „selbstschädigenden Tendenzen beim Mann“.
Wären sie doch bloß in der Zelle gelandet
Sehr viele Selbstmörder, sagt Mathias Jung, hätten Alkohol im Blut. Er meint, würden sie in der Ausnüchterungszelle statt auf dem Hochhaus landen, hätte mancher noch ein langes Leben vor sich.
Jung hält Alkohol für die männliche Droge schlechthin. „Als Mann kann man sich kaum vorstellen, dass es eine Geselligkeit ohne Alkohol gibt.“ Mit Alkohol werde nicht nur betäubt. Übers Saufen werde vor allem der soziale Kontakt, der über das Herz nicht herzustellen sei, hergestellt. „Das sind die kontaktgestörten, schizoiden Männer, die sich nachts vollsaufen. Dann endlichen brechen die Gefühle durch. Und dann umarmen sie sich nach dem 20. Bier und sagen: ,Duuuuuuuuuu bis mei Freund – ich liiiiiiiiiiiiiebe dich’“.
“Dann hab’ ich einen Derwisch im Bett”
Manche bräuchten den Alkohol auch, um sexuell in Stimmung zu kommen. Jung spricht von einer Patientin, die sagte: „Oh Gott, die Sexualität mit ihm, die ist so mechanisch und so lustlos. Aber wenn er getrunken hat, dann hab’ ich einen Derwisch im Bett.“ Doch dann habe sie bedauernd hinzugefügt: „Aber ich kann ihn doch nicht jeden Abend besoffen machen.“
Foto: kallejipp
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Das was ich in obigen Artikel gelesen habe, kann ich unterschreiben. Bei der Frage “Warum” ist das so, muss man, wie fast immer, beim Kleinkind anfangen. Da dann stellt man fast, daß Eltern nicht nach den Gesetzen der Vernunft ihre Kinder ernähren, erziehen und betreuen. Sondern nach dem Prinzip von Lob und Tadel seitens der (Um)Welt. KiGa. Nachbarn, Großeltern etc. Dazu kommt daß manche sich berufen fühlen den “ungezogenen” männlichen Nachwuchs körperlich zu züchtigen, wenn´s grad kein falscher sieht. In meinem Kopf machte sich in jungen Jahren die Erkenntnis breit “Du kannst dich auf niemand verlassen, keiner hilft dir wirklich und du bist ein Mensch 2. Klasse” 1. Klasse sind die “Weiblichen Menschen” die im Leben von Kleinkindern die Götter sind. (Götter wegen ihrer Machtbefugnis) Wer hat schon je eine Mutter bestraft weil sie ihren Sohn schlecht behandelt hat? Aber wieoft einen Vater? Kurz und gut das “Urvertrauen” ist manchmal eher ein “Urmisstrauen”. Schade, daß das manchmal von erwachsenen Frauen noch bestärkt wird.
Wobei Frauen von der Öffentlichkeit genauso wie von der Justiz eher noch gehätschelt werden wenn sie sich einer (Straf?)Tat schuldig gemacht haben.
Bei Frauen sucht man die Ursache in ihrer Umgebung, Ergebnis geringe Schuld. Bei Männern in ihnen selbst, Ergebnis grosse Schuld, hohe Strafe.
Karl – Heinz