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Handy-Aktion gegen Eifersucht?

Handyb.jpgEifersüchtigen scheint sich
das Handy als heimlicher Komplize
anzubieten. Entsprechend
eingesetzt erzählt es, was Menschen
verschweigen.


Neue Möglichkeiten

Wer mit eingeschaltetem Handy unterwegs ist, kann geortet werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten: Mobilfunknutzer abonnieren zum Beispiel eine Suchfunktion, mit der sie ihre Kinder überwachen können. Oder: Unternehmer kontrollieren auf diese Weise ihren Fuhrpark sowie sämtliche Außendienstler bequem am Rechner. Dies ist gewöhnungsbedürftig bis höchst bedenklich. Juristisch okay ist es, wenn jemand darüber informiert worden ist, dass er bewacht werden soll. Illegal wird das so genannte Tracking, wenn Menschen ohne ihre Zustimmung geortet werden.

Die Gelsenkirchener Firma track your kid bietet einen Service an, der speziell für Eltern gedacht ist, die wissen wollen, wo sich ihre Kinder aufhalten. Theoretisch könnte aber auch jemand heimlich sein Handy zur Ortung freischalten und es seinem Partner andrehen, um ihn zu kontrollieren. Aber wer das tut, macht sich strafbar. Wer sein Handy nutzen will, um eine Person zu orten, muss Mitbenutzer darüber informieren und ihr Einverständnis einholen. Das schreibt das Telekommunikationsgesetz klar vor.

Üble Fantasterei

So manchen wird selbst die angedrohte Gefängnisstrafe nicht davon abhalten, sich mittels Handy auf die Lauer zu legen, wenn ihn die Eifersucht plagt. Aber solches Handeln ist weder verwegen noch mutig, sondern respektlos und dumm. Denn wenn der misstrauische Ehemann auf den PC stierend heimlich verfolgt, wohin seine Frau geht, erfährt er allenfalls ihr Ziel. Was sie dort tut, kann er nur fantasieren.

Je häufiger er sich zu solcher Spinnerei herablässt, desto gigantischer breitet sich die Eifersucht in seinen Sinnen wie eine unaufhaltsam kriechende Lava aus. Was dabei herauskommt, kann nichts Sinnvolles mehr nach sich ziehen. Sinnvoll wären selbstkritische Fragen. Zum Beispiel die nach dem eigenen Selbstvertrauen, denn Eifersucht gedeiht bei Menschen, die sich selbst wenig mögen und wertschätzen am prächtigsten.

Wichtiger als das Handy

Solche Fragen bleiben zwangsläufig ohne Antwort, wenn Emotionen und kühler Kopf verbrannt sind. Und Letzteren braucht man/frau dringender als das Handy, um sich selbst einige jener Fragen zu stellen, die Licht ins Dunkel der Eifersucht bringen können.

Comments

  1. Juni 22nd, 2007 | 07:0

    Bei der Mitarbeit in diversen Foren lese ich tausendfach (nein, nicht übertrieben!), dass man das Handy des Partners ausspioniert, überwacht und sobald eine unbekannte Nummer drauf ist, wird verhört, gezickt, Druck gemacht.
    Da steckt keine Liebe dahinter sondern schiere pathologische Verlustangst. Oft sind sich die Personen, die das tun, durchaus klar darüber, dass das a) sich nicht gehört und b) oft das herbeiführt, was es verhindern soll: die Trennung, das Verlassenwerden.
    Eifersucht gabs auch, bevor es Handys gab, aber das Handy schafft latent Eifersüchtigen die Möglichkeit, ihre Sucht so richtig auszutoben.
    Lösungen? Habe mit vielen Betroffenen geredet, diskutiert. Es ist kaum etwas zu bewegen. Tief sitzt die Verlustangst, die auf mangelndem Selbstwertgefühl beruht.
    Inzwischen komme ich so allmählich zu der Einstellung, dass es nichts nützt, wenn der Partner dann geduldig ist und sich immer wieder auf die spionierende Person einlässt. Diese Menschen müssen erleben, dass sie in der Tat verlassen werden, wenn sie sie sich nicht an die Eigenarbeit machen.
    C.G. Jung sagte, dass der Mensch von Natur aus faul und bequem ist und sich nicht von allein zum Wachstum aufrafft. Nur der Druck des Schicksals kann ihn dazu bringen. Dann kann der von Eifersucht verfolgte sich zum Werkzeug dieses Schicksal machen. Er bekommt dann Entspannung und Ruhe – der andere ein unmissverständliches Zeichen.
    Ich weiß, wie hart das rüber kommt, aber wenn man sieht, wie manisch an diesen Verfolgungsmmechanismen festgehalten wird, dann bleibt nur noch dies. Es ist wie mit Alkoholikern. Nachsicht und Entgegenkommen hilft nie.
    Till-Andy

  2. Marion
    Dezember 14th, 2007 | 06:0

    Ich bin in den letzten 4 Wochen von einer eifersüchtigen Ex-Ehefrau Tag und Nacht mit Anrufen auf meinem Handy belästigt worden, nur weil ich mit ihrem Ex-Ehemann einen Kaffee trinken gegangen bin.

    Ich konnte keinen Zugang zu dieser Frau finden, da sie meistens nach einem Satz “Lass meinen Mann in Ruhe” wieder aufgelegt hatte. Die Anrufe wurden immer anonym geführt. Ich hatte keine Gelegenheit überhaupt erst einaml zu fragen, wer denn ihr Mann sei. Nach 3 Wochen mehrtäglichen Anrufen bekam ich schon einmal den Vornamen des Ex herus, der mir aber so erst einmal nichts sagte. Eine Woche später war sie so in Rage, das sie mir zu dem Vornamen auch noch den Nachnamen verriet. Jetzt wußte ich endlich, was das ganze überhaupt mit mir zu tun hatte (siehe oben). Also rief ich ihren Ex-Ehemann an und informierte ihn über den 4wöchigen Telefonterror. Er konnte sich überhaupt nicht vorstellen, das dies von seiner Ex-Frau kommen sollte…….

    Einen Tag nach unserem Gespräch rief mich wieder die Frau an um mir mitzuteilen: Es tut mir leid, was ich ihnen alles angetan habe. Ich habe gekämpft und verloren……..

    Das hätte ich ihr schon vorher mitteilen können.

    Ich hoffe und wünsche allen verlassenen oder betrogenen Frauen Stärke und alles Gute für die Zukunft. Es verbessert auf keinen Fall die Situation, wenn man zum Telefon greift………

    Marion

  3. Frank
    Februar 4th, 2008 | 05:0

    Naja… :

    5 Jahre war mir das Handy meiner Ehefrau egal.
    Ich lass meine Handys auch immer offen rumliegen.

    Ihre Affäre und über 1000 sms zu ihrem Geliebten habe ich auf die ganz altmodische Art rausbekommen: ich kam einmal früher nach Hause.

    Trotzdem schaue ich jetzt ab und zu in ihr Handy.
    Bin ich jetzt pathologisch eifersüchtig ??

    Tracken würde ich ihr handy allerdings nicht.

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