Mager sucht sie Liebe (Teil I)
Für viele ist die Ursache von Magersucht
längst klar. Topmodels wie Heidi Klum sind
schuld. Sie machen die Frauenwelt verrückt.
Unterstützt von TV-Sendern bestimmen sie,
was Idealmaße sind.
Aber kann ein Topmodel, können Medien Frauen verführen, sich zugrunde zu richten? Ich behaupte: Supermodels verführen zum Schlankheitswahn wie es der Duft einer Zigarette schafft, einen passionierten Nichtraucher zur Schachtel
greifen zu lassen.
Was Frauen hungern lässt, die schon längst kein Gramm mehr zu vergeben haben und was gegen die Zerstörung des eigenen Körpers zu tun ist, habe ich die Hamburger Diplompsychologin Andrea Köster gefragt.
Genau das sagen sie nicht
Ihre Arbeit ginge ihr relativ schnell von der Hand, wenn Frauen bei ihr gleich auf den Punkt kämen – wenn sie sagten: „Ich kann nicht mehr. Ich fresse rund um mich zu und breche auf der Toilette alles wieder aus, damit ich wieder essen kann.“ Das sagen magersüchtige Frauen aber in aller Regel nicht. Darüber verlor auch Stefanie (Name geändert) kein Wort, als sie endlich versuchte, mit fachkundiger Hilfe wieder Lebensqualität zu spüren.
Was dabei stockend aus ihr herauskam, klang viele Stunden lang nach einem ganz anderen Thema: nach Liebeskummer. Der knapp Vierzigjährigen war passiert, was für sie bis zu dem Tag als es geschah, undenkbar war. Ihr Mann hatte sie verlassen. Was Stefanie wie aus heiterem Himmel erlebt hatte, traf sie, so formuliert es die Hamburger Psychologin, „wie ein Donnerschlag“. Auch Monate später kam Stefanie mit der neuen Situation nicht klar, brach ständig in Tränen aus.
Langsam kommt die Wahrheit heraus
Erst nach einigen Treffen ging Andrea Köster (kleines Foto links) ein Licht auf. Nach und nach hörte sie aus ihrer Klientin heraus, was ihr eigentliches Problem war. Stefanie hatte eine riesige Angst, nicht allein leben zu können. Selbst ein Dreivierteljahr nach dem Auszug ihres Mannes kreisten ihre Gedanken nur um die Frage, wie sie ihn zurückgewinnen könnte. Weinend brach es gegenüber der Psychologin aus ihr heraus: „Wenn ich schlanker wäre, hätte ich ihn bestimmt nicht verloren.“
Andrea Köster sah Stefanie mit ganz anderen Augen: „Diese Frau war nicht dick. Überhaupt nicht. Sie hatte zwar keine Modelfigur, aber hätte sie die gehabt, wäre sie auch nicht zufrieden mit sich gewesen.“
Stefanies Weg zum besseren Selbstwertgefühl hatte zwei Richtungen: hin zu allem, was essbar ist und hin zu Toilette, um alles Gegessene wieder auszubrechen.
Das Geheimnis
Von morgens bis abends war Stefanie auf diesen Rhythmus fixiert. Hinzu kam, dass niemand hinter ihre Heimlichkeiten um den unheimlichen Körperkult kommen sollte. Das heißt, ohne geheime Strategien wäre alles bald aufgeflogen. Darum war jede Arbeit, jede Pflicht, alles, was Freizeit bot, nebensächlich.
Andrea Köster stößt bei Frauen wie Stefanie auf eine noch ganz andere Schwierigkeit: (Hier geht’s weiter zu Teil II)
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Es ist traurig, wie die Medienlandschaft immer mehr Frauen zu solchen Idealbildern verführt, dabei wollen gar nicht alle Männer solche unnatürlichen ultraschlanken Frauen. Die Frauen wollen ja auch keine unnatürlichen Männer, oder? Ich für meinen Teil liebe es sehr, wenn an den Frauen neben ihrer Persönlichkeit auch noch was dran ist.
ich bin auch magersüchtig, obwohl ich schon seit geburt an untergewichtig bin…
ich war so wütend wegen dieser scheiss show von heidi klum… niemand soll das durch machen was wir anorektischen tun!!!
hey,
ich bin zufällig auf dieser webseite gelandet.
auch meine freundin war magersüchtig. und langsam habe ich das gefühl ich könnte es auch werden.
(ich bin 15)
Hi,
ich bin 23 Jahre alt und leide schon seit Jahren an meiner Figur. Ich bin 1,70cm und wiege 58kg. Das ist für mich persönlich so schlimm, dass ich mich vor mir selber eckel. Ich schau gar nicht mehr in den Spiegel.
Seit Jahren versuche ich magersüchtig zu werden, doch das komische ist, ich schaffe es einfach nicht.
So doof sich das jetzt anhören mag.
Den Tag über denke ich tausend mal an meine Figur und ans Essen.
Obwohl alle anderen sagen:
Du spinnst du bist doch schlank, oder:
Okay, du hast einen kleinen Bauch aber sonst bist du voll dünn.
Diese Sprüche hasse ich, denn sie wissen alle nicht, dass sie mich damit verletzen. Ich will doch nur hören, dass sie mich alle dünn halten. Dann wäre ich stolz ..
Magersucht wird bei der Gesellschaft meist falsch angesehen. Es ist eigentlich eine Krankheit, und muss auch als solche behandelt werden. Zum Glück gibt es ja Methoden dafür. Doch bevor man Hilfe bekommen kann muss man Hilfe wollen.
Ich sage mal so viel:
Erstens: Wollen die meisten Menschen keine SUPERdünnen Partner, und
zweitens: sollte man nicht nur daran denken sondern auch an die eigene Gesundheit.
Hallo,
als älterer Mann (Mitte 50) kann ich nur sagen, dass ich superschlanke Frauen völlig unattraktiv und überhaupt nicht anziehend finde. Schlank mit weiblichen Rundungen ist prima, aber mager und hippig ist unerotisch.
Gruss Jörg