Mager sucht sie Liebe (Teil II)
„Wenn sich jahrelang Tag für Tag alles ums Essen dreht, fragt man sich ängstlich, was man nach der Heilung mit seinem Tag macht. Was bleibt dann noch übrig?“ Aber wodurch entsteht der Hang zur Magersucht? Ist Stefanies Mann daran schuld, weil er sie wegen einer anderen Frau sitzen lassen hat? Oder trifft zu, was das Magazin “stern” in seiner Ausgabe 11/2006 vermutet? Andrea Köster möchte bezüglich solcher Fälle nicht von Schuld sprechen, eher von Ursache. Sie sagt: „Für alle Frauen, die an Bulimie erkranken, gilt, dass sie an einem miserablen Selbstwertgefühl leiden. Sonst hätte diese Krankheit überhaupt keine Chance.“
Knochig und doch zu dick
Und was ist die Ursache, wenn jemand den Wert seiner ganzen Person auf die Körperform reduziert? Warum fühlt sich eine Frau zu dick, „selbst wenn ihr schon die Knochen aus dem Leib heraus stehen“, wie es Andrea Köster immer wieder erlebt hat?
Die Psychologin sagt, das habe ganz wesentlich mit dem Gefühl zu tun, nicht akzeptiert und geliebt zu werden wie man ist – und dieses Gefühl werde bereits in der Kindheit vermittelt.
Andrea Köster findet es zu einfach, zu behaupten, die Eltern hätten in solchen Fällen ihre Kinder zu wenig geliebt. Sie ist der Meinung: „Natürlich lieben Eltern ihre Kinder, aber viele können es nicht richtig zeigen.“ Es geht ihr nicht darum, Eltern Schuld zuzuweisen. Sie interessiert, auf welche Weise Eltern sich gegenüber ihren Kindern liebend äußern, wie Kinder diese Äußerungen empfinden und welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen.
Gut gemeint aber voll daneben
Sie nennt Beispiele: Mütter wollen grundsätzlich nur das Beste für ihr Kind. Es soll gut in der Schule sein, einen Beruf finden, in dem es Ansehen gewinnt und möglichst viel Geld verdient, einen Partner finden, mit dem es glücklich leben kann. Doch häufig werde kaum gefragt: „Was wünscht sich das Kind?“ Stattdessen „maßt man sich an zu wissen, was für das Kind das Beste ist.“
Oder: Eltern nörgeln: „Musst du immer rumlaufen wie ein Penner?! Zieh dich doch mal ordentlich an. Was sollen denn die Leute von dir denken?“ Andrea Köster hört aus solchen Äußerungen vor allem Kritik, „und was dabei herauskommt, ist, dass man nicht angenommen wird wie man ist.“
Das Problem beginne allerdings schon bevor Kinder ihr Outfit selbst bestimmen. Da schreien Eltern voller Sorge aber auch entnervt ihr Kind an: „Renn’ nicht auf die Straße!“ Andrea Köster wünscht sich in solchen Situation etwas Anderes. Zum Beispiel: „Bleib an meiner Seite. Hier bist du sicher.“
Die Katastrophe
Für eine „absolute Katastrophe“ hält sie es, wenn ein Vater seine Tochter mustert und sagt: „Du bist zu dick.“ „Man muss sich mal vorstellen,“ überlegt die Psychologin, „der Vater ist doch der erste Mann im Leben dieses Mädchens.“
Aber sie kennt noch üblere Sprüche. Einer ihrer Klientinnen klingt noch heute im Ohr, was ihr Vater vor Jahrzehnten vom Stapel ließ, nämlich: (Hier geht’s weiter zu Teil III)
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Ich komme wieder!
NM
Moin moin, schicker Beitrag auch wenn ich das etwas anders sehe