Liebe ART

Sprechen.  Verstehen.  Beziehung schaffen.
Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Noch 24 Stunden Lebenszeit

Was tun, wenn die Lebensuhr in 24 Stunden abgelaufen ist.Was geschieht, wenn jemand erfährt,
dass er noch 24 Stunden zu leben hat?
Gibt er Gas, um endlich zu erleben,
was er unter Leben versteht?
Mit wem verbringt er seine knappe Zeit?
Und mit welchen Augen sieht er
an diesem Tag Beziehung?

Eine persönliche Frage nach dem Tod

Das Magazin „Cicero“ fragte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (unten), was sie in ihren letzten 24 Stunden machen würde. Die siebenfache Mutter schrieb ihre Antwort auf. Hier ein kurzer Auszug daraus:

Würde nur einen Menschen einweihen

Ursula von der Leyen: “Ich würde mich bewusst nicht von meiner großen Familie verabschieden.”„Ich stehe früh auf, 24 Stunden sind eine kurze Zeit. Ich habe am Abend vorher die Vorhänge nicht zugemacht, damit mich die Sonne und das Vogelgezwitscher wecken. Zwei Schalen mit Milchkaffee würde ich zubereiten, die ich mit meinem Mann im Bett genießen würde. Eine Stunde zu zweit, bevor die Kinder wach werden.

An diesem Tag soll es keine Begrenzungen geben, keine Schule, keine Termine. Die Telefone sind alle ausgeschaltet. Meinen Mann würde ich als Einzigen einweihen. Gerade, weil wir nur 24 Stunden haben, werde ich mich bewusst nicht von meiner großen Familie verabschieden. Wir leben so, dass wir jederzeit voneinander Abschied nehmen können. Ich will nicht alles in den letzten Moment pressen müssen.

Natürlich ist es ein sonniger Tag. Altweibersommer mit goldenem Licht. Ich wäre wehmütig, wenn sich die Kinder über Kleinigkeiten zanken. Aber ich schweige. Sie ins Bett zu bringen kostet Kraft. Sie sind überdreht, sie fordern Rituale. Ich lese vor und aus dem Gutenachtkuss werden viele. Dann käme die stille Stunde. Ich würde das Dvorák-Cellokonzert hören (…)“

Comments

  1. fabiana
    April 6th, 2008 | 04:0

    Was von der Leyen schreibt, ist nachvollziehbar, irgendwie sind die letzten 24 Stunden nicht abgehoben, sondern es ist normaler Alltag beinahe.
    Ich kenne die Situation selbst, daß ich in meinem Leben die Nachricht bekam, noch max. 2 Jahre leben zu können; 2 Jahre sind nicht viel, wenn man jung ist und weiss, dass das Leben bald vorbei sein könnte.
    Was geht in diesen Momenten in einem vor?
    Am Ende kann ich wohl sagen: Profanes.
    Man fragt sich, wo will ICH hin.
    Angesichts der Tatsache, dass es wirklich nur 2 Jahre sein könnten……steckt meine seine Ziele doch neu.
    Krempelt teils sein Leben um und sagt einen stummen Kampf an….den ich in meinem Falle auch gewonnen habe;
    doch eines dürfte wohl klar sein individuell bleibt die Zeit immer, die Ansicht darüber, was man machen will; und es waren auch bei mir nicht die Extreme, die ich suchte; keine extravaganten Reisen, keine Endzeitstimmungskurzschlüsse, was man alles tun sollte und tun muss; im Gegenteil, es war die Zeit des Sich-Besinnens darauf, was man wirklich im Leben möchte; wonach man sich WIRKLICH sehnt und in dieser Stille und der Ruhe, die dann dennoch einem innewohnt, während das Umfeld in höchster Alarmbereitschaft ist, ist wohl das wirklich Heilsame.
    Mir hat es geholfen, mein Leben neu zu sortieren und die Prioritäten neu zu setzen.
    Und am Ende zählt vielleicht auch nur dies.

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