Ob der Liebste lügt?
Sie wollen herausbekommen, ob Ihr Partner
ehrlich ist? Darum testen Sie seinen Blick,
denn Sie wissen, dass Lügner ihrem Gegenüber
nicht lange in die Augen sehen können? Wenn’s
so ist, wissen Sie noch nicht genug.
Wie ist ein Lügner zu entlarven?
Personen, die zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden wollen, liegen mit ihrer Vermutung im Durchschnitt nur in 55 Prozent der Fälle richtig. Das ergeben zahlreiche Forschungsbefunde. Ein Grund dafür lautet: Die Wahrheitssucher achten auf die falschen Hinweise. Zum Beispiel auf die Augen. Aber, so ist nun wissenschaftlich belegt, Elfriede kommt der Wahrheit nur wenig nahe, wenn sie ihrem Egon mit Forscherblick auf die Pelle rückt. Und das liegt nicht nur daran, dass so mancher lügende Egon behauptet, die Wahrheit zu sagen, ohne dabei mit seinen Augen unsicher das Weite zu suchen.
Forscher der „University of New South Wales“ haben festgestellt, dass Wahrheitssucher häufig einfach zu gut gelaunt sind, um die Lüge zu erkennen. Nach zahlreichen Testverfahren haben die Wissenschaftler Joseph Forgas und Rebekah East erkannt, was Stimmungen bewirken. So führe schlechte Laune dazu, dass wir andere Menschen generell mit größerem Misstrauen begegneten als in Phasen, in denen wir fröhlich und ausgeglichen seien.
Gute Laune macht gutgläubig
Außerdem haben die Forscher festgestellt, dass schlecht gelaunte Menschen viel intensiver über das nachdenken, was ihnen jemand sagt, als Personen mit guter Stimmung. Fazit der Untersuchung: Mit schlechter Laune und intensiver Nachdenklichkeit sind Lügner am ehesten zu entlarven.
Mit solch universitärer Spitzfindigkeit kann einer nach Wahrheit suchenden Elfriede vielleicht geholfen werden. Aber was hilft dem lügenden Egon? Vielleicht wird er sich jetzt darin verausgaben, seine skeptische Elfriede stets bei bester Laune zu halten – denn, so sagen die Forscher, gute Laune macht gutgläubig. Aber allzu viel Gutgläubigkeit wirkt doof und wäre hoffentlich nicht nur Egon sondern auch Elfriede zu dumm.
Foto: motionpictures/Quelle: PHOTOCASE
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Ob wohl die Forscher nach Feststellen ihres eigenen Ergebnisses noch bester Laune waren?
Eine Lüge erkennen zu können hat doch mehr mit den uns in unserem Leben angeeigneten Lern- und Denkprozessen zu tun als mit der eigenen Laune.
Jeder Mensch ist doch von Natur aus erst einmal gutgläubig. Erst im Laufe seines Lebens wird er die Erfahrung machen, dass nicht alles der Wahrheit entspricht, was ihm oder ihr erzählt wird. Und aus diesen Erfahrungsschätzen heraus werden Menschen skeptisch und nachdenklich. Wer oftmals angelogen wird verliert das Vertrauen in andere Menschen, wem solche Erfahrungen erspart bleiben, der wird zeit seines Lebens eher ein gutgläubiger Mensch bleiben.
Aber selbst bei bester Laune wird der Skeptiker immer Skeptiker bleiben.