Liebe ART

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Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Ich bestehe nicht nur aus meiner Brust

Teil I

Brustb.jpgAngst bekam Elisa nie, wenn sie
von anderen Frauen hörte, sie seien
an Brustkrebs erkrankt.
Selbst davon betroffen zu sein, war
für sie kein Gedanke. Sie fühlte sich
geradezu immun – bis sie einen
Knoten in ihrer linken Brust entdeckte.
Was sie über Gesundheit, Attraktivität
und Fraulichkeit denkt, ist „nur“ ihre
persönliche Sicht. Aber eine, die
(nicht nur Frauen) nachdenklich
machen kann.

Kein Risiko

Angst, an Krebs zu erkranken, machte der 52-jährigen Journalistin in Mädchengestalt nie zu schaffen, weil sie sich sagte: „Ich gehöre zu keiner Risikogruppe.“ Sie fühlte sich mit ihren 50 Kilo und einer Größe von 1,66 topfit. Beim Thema „Brustkrebs“ dachte sie daran, vier Kinder gestillt, nie geraucht und nie ein Hormon geschluckt zu haben. Und dann noch, dass sie mehrmals wöchentlich in ihre Laufschuhe schlüpfte und durch Münchens grüne Lunge rannte.

Ein entlastender Gedanke war es für sie auch, zu wissen, dass mütterlicherseits niemand an Brustkrebs erkrankt war. Heute weiß sie, dass auch die väterliche Linie relevant ist.

Auf ihrer Suche nach Ursachen für die eigene Erkrankung wurde sie dort fündig. Zwei Schwestern ihres Vaters hatten dieselbe Krankheit wie Elisa. Eine starb daran kurz vor ihrem 60. Lebensjahr, die andere mit etwa 80 Jahren. Die Krankheitsgeschichten der Verwandten hatten ihr nie Kopfzerbrechen bereitet. Auch nicht das, was einer Cousine väterlicherseits geschehen war. Bei ihr stellten Ärzte im Alter von Anfang vierzig die Diagnose Brustkrebs.

Sicherheit gaben Elisa auch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Sie räumt ein, dabei „natürlich immer ein kleines bisschen aufgeregt“ gewesen zu sein. „Ich dachte: Hoffentlich findet der nichts.“

Ein widerwärtiger Gedanke

Jahre vor der Erkrankung hatte ihr Arzt ihr gesagt, in ihrem speziellen Fall sei es nicht unbedingt notwendig, immer wieder eine Mammografie über sich ergehen zu lassen. Elisa wunderte sich über diesen Hinweis überhaupt nicht, weil sie selbst schon oft gedacht hatte: „Meine kleine Brust kann ich durch Abtasten auch selbst überprüfen.“ Selbst Hand an sich anzulegen, lag ihr zwar mehr, als ihre Brust in einen Apparat quetschen zu lassen, aber auch „dieses gezielte Herumgedrücke“ bereitete ihr Widerwillen. „Wenn ich mir einfach mal über die Brust streichele, tu ich das wie ich das will. Aber wenn ich sie Zentimeter für Zentimeter abtaste, komme ich an Zonen, wo es nicht angenehm ist.“

Vielleicht merkt es keiner

Was in ihr vorging, als sie ihrem Arzt von der selbst entdeckten Verhärtung berichtete, kann sie nur schwer beschreiben. Im ersten Moment habe sie durchaus eine Todesangst gehabt. „Ich wusste ja nicht, welches Ausmaß die Erkrankung hatte.“ Doch als die Mediziner die Hoffnung äußerten, aufgrund der frühen Erkennung mit einer Operation erfolgreich zu sein, machten sich andere Gedanken in ihr breit. Elisa stellte sich vor, nach dem Eingriff eventuell nur noch ihre rechte Brust zu haben. „Das wäre nicht so sehr schlimm,“ führte sie sich vor Augen, „weil ich ja eine kleine Brust habe und das vielleicht gar nicht wahrgenommen wird.“

Viel mehr zu schaffen machte ihr das eigene Bewusstsein: „Ich war früher total unversehrt – trotz meiner vier Kinder und trotz meiner Zwillingsgeburt. Da wurde noch nie an mir irgendwo herumgeschnitten!“ sagt sie leise mit traurigem Bestürzen.

Wie wird der Partner reagieren?

Die Ärzte haben ihre linke Brust retten können. Die Operation hat aber eine Spur hinterlassen – „eine lange Narbe. Und die Form ist nicht mehr ganz so wie früher.“ Aber Elisa blickt auf das, was sie erleichtert: die Tatsache, keine Chemotherapie machen zu müssen und die klare Aussage ihres Arztes, nun gesund zu sein.

Die Angst, ihr heutiger Partner könnte sie nach der Operation nicht mehr so attraktiv wie einst finden, machte ihr durchaus zu schaffen. “Aber nur ganz kurz und nie so richtig,” sagt sie mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Fröhlichkeit im Gesicht.

Weiter zu Teil II

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