So kommt Liebe aus der Puste
Schlichte Unkenntnis darüber, wie
Beziehung funktioniert, ist nach Ansicht
Erich H. Wittes der Grund für das
Scheitern vieler Paare. Darum spricht
der Hamburger Psychologe eine
Forderung aus.
Von wegen verflixtes siebtes Jahr
Gegenüber der in Oldenburg erscheinenden Nord-West-Zeitung plädiert er dafür, Schüler in Beziehungskunde zu unterrichten. Der Paartherapeut ist der Meinung: “Sinnvoll wäre eine Weiterbildung in Beziehung und nicht nur in Sexualität.”
In den ersten zwei Jahren laufe eine Beziehung in aller Regel wunderbar, berichtet der 62-Jährige, der als Professor an der Universität Hamburg lehrt. “Aber der Verliebtheitszustand verlängert sich nicht automatisch in die Unendlichkeit. Die Biologie hilft uns nur beim Start über etwa zwei Jahre -danach sind wir aufgefordert, Probleme zu lösen.” Wenn ein Paar seine Schwierigkeiten aussitze, sei eine Krise nach rund vier Jahren absehbar. Also: von wegen verflixtes siebtes Jahr!
Weil sie mystisch und unerklärlich sein soll
Fürs dauerhafte Beziehungsglück “muss man nur seinen Kopf anstrengen,” meint Witte. Verhindert werde dies meistens durch “emotionale Stolpersteine“. Damit meint der Psychologe die Vorstellung, dass Liebe partout mystisch und unerklärlich sein müsse.
Laut Angaben Wittes sehnten sich mindestens 85 bis 90 Prozent aller Erwachsenen nach einer dauerhaften Glücksbeziehung. Er sagt: “Es gibt in unserem sozialen Leben keine Beziehung, die so relevant ist für die Menschen wie eine Partnerschaft. Sie sei ein emotionales Rückzugsgebiet und solle inzwischen so viel abdecken, dass die Beziehung überfordert werde: “Die Paarbeziehung ist für alles da: toller Sex, tolle Freundschaft, tolle Freizeitgestaltung.”
Foto: Shuwal/Quelle: PHOTOCASE
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