Liebe ART

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Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Was Woody Allen nicht gesagt hat

Was Woody Allen nicht sagteWeil Beziehung das zentrale Thema
in Woody Allens neustem Film ist,
fragte das TV-Magazin „Gong“ den
Kultregisseur: „Was ist das Geheimnis
einer guten Beziehung?“

Keines dieser Paare ist glücklich

Seine Antwort: „Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung!“ Sogleich kommt Allen auf seinen aktuellen Film „Vicky Christina Barcelona“ zu sprechen. Er sagt: „Keines der Paare im Film ist am Ende glücklich. So ist das Leben.“

Was Allen von sich gibt, mag bei so manchem ankommen wie der pure Frust eines 73-Jährigen, der es selbst in seiner Ehe mit einer 35 Jahre jüngeren Frau nicht gepackt hat, sein Liebesleben jung zu halten. Und der Mann setzt noch eins auf den Pessimismus-Stapel drauf, indem er seine Einschätzung zu der Frage preisgibt, ob es denn überhaupt perfekte Beziehungen gebe. Die seien so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn, meint er. „Da gibt es all diese Kleinigkeiten, die einem am Anfang kaum auffallen und die dann mit den Jahren immer größer und störender werden.“

Bevor es passiert, wird er ins Gras beißen

Woody Allen gibt zu, diesbezüglich überhaupt keine Ausnahme zu sein: „Auch meine Frau und ich haben keine 100-prozentige Beziehung.“ Aber diese Tatsache reflektiert er mit seinem ihm typischen Galgenhumor, indem er prognostiziert: Da Soon-Yi „viel jünger ist, werde ich sicher ins Gras beißen, bevor sie mich langweilt oder sie mich nicht mehr erträgt.“

Doch Moment, bevor nun alle diesen Mann in jene Tonne kloppen, die bereits durch Beziehungs-Frustis überschwappt, kommt mir ein Gedanke: Vielleicht hat dieser Woody Allen im Interview nicht alles gesagt, was er weiß. Die drei bis vierunddreißigkommasieben Beziehungen, die er in 73 Jahren durchlebt hat, können ihm eine wesentliche Botschaft kaum verheimlicht haben. Und die lautet: Natürlich gibt’s keine 100-prozentige Beziehung. Und natürlich kann es sie nicht geben. Die gibt’s nur im Traum. (Jedenfalls auf Dauer.) Gäbe es sie tatsächlich, würde das bedeuten: Unser Partner wäre exakt so, wie wir ihn uns in unseren Fantasie zurechtschnitzen.

Der kürzeste aller Liebesfilme

Das hieße, er wäre aus unserem Holz, hätte die Form, die wir ihm geben, und womöglich noch einen Ausdruck, der unserem (derzeitigen Ideal) zum Verwechseln ähnlich wäre. – Doch das wäre die personifizierte Langeweile handgemachter Provenienz und somit der kürzeste Beziehungsfilm aller Zeiten.

Comments

  1. Dezember 28th, 2008 | 10:0

    Gute Antwort… “Kein ahnung” …aber ich glaub einfach, entweder passt es oder es passt nicht…

    So sehe ich das !

    Gruß
    hannah

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