Liebe ART

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Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Wenn Frauen wüssten… (Teil II)

Maennerproblem.jpgAus schlechtem Sex ziehen Frauen
ihre Konsequenzen. Entweder passen
sie sich still an, lassen das Treiben
ihres Partners über sich ergehen oder
verweigern sich. Aber wenn Frauen ihre
weibliche Eigenart nicht ausspielen und
eine eigene sexuelle Identität nicht entwickeln,
ist nach Auffassung der Psychologin Erfüllung
weder für Frauen noch für Männer möglich.

Das Männerproblem und die Ekstase

Ekstase-b.jpgDa Frauen die Leistungsgesetze der Männerwelt vielfach zu ihren eigenen gemacht haben, fühlen auch Männer sich in Sachen Sex unter Druck: Sie müssen „allzeit bereit“ sein, sie müssen ihre Erregung möglichst lange aufrechterhalten, denn schließlich müssen sie es der Frau „irgendwie besorgen“. Doch solcher Sex ist anstrengend, bringt allenfalls Befriedigung, aber keine wahre Erfüllung, denn die weibliche Ekstase, in der die Vagina zu fließen beginnt, findet kaum statt.

Blicke in die Menschheitsgeschichte zeigen die Verehrung der Vagina als Ort der Rückverbindung und als Symbol dafür, dass die Frau gleich mehrere Orgasmen während eines Liebesspiels erleben kann. Die Vagina ist der Ort, an dem sich die Körpersäfte der Partner verbinden und an dem beide Liebespartner Energie geben und erfahren. Diesen Ort durch weibliche Ekstase geben zu können, darin liegt das Machtpotenzial der Frau.

Die ständige Suche

Da Männer diesen Ort bei ihrer Partnerin ständig suchen aber selten finden, setzen sie ihre Suche bei anderen Frauen fort – immer in der Hoffnung, bei der nächsten Partnerin die ersehnte Erfüllung zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht zuletzt die Kirchen die Sexualität Jahrhunderte lang so sehr pervertiert haben, dass es vielen Frauen nur schwer möglich ist, sich so weit für ihren Partner zu öffnen, dass Rückverbindung passieren kann.

Portraet1-b1.jpgAlexandra Schwarz-Schilling (links) sieht die Sexualität in einer „enormen Verpanzerung“ verborgen. Erschwert wird die tiefe Rückverbindung ihrer Meinung nach dadurch, dass die meisten Männer zwar kein Problem haben, sich beim Liebesspiel sexuell erregt zu fühlen, aber es kaum schaffen, große Liebe und Nähe während des Geschlechtsverkehrs zu empfinden und sie sensibel und leidenschaftlich zu zeigen. „Aber gerade das könnte den weiblichen Schoß heilen und es der Frau ermöglichen, sich zu öffnen.“

Was Frauen fehlt

Den meisten Frauen fehlt ihrer Auffassung nach das Gefühl, geliebt zu werden. Aber wodurch fühlen sie sich geliebt? „Dadurch, dass der Mann es seiner Partnerin deutlich zeigt – indem er sie zum Beispiel häufig in den Arm nimmt und sie küsst.“

Männer tun das selten, wenn sie glauben: „Sie weiß doch, dass ich sie liebe.“ Andere tun es gar nicht, weil sie keine Liebe mehr empfinden. Sie haben erkannt, mit der falschen Partnerin zu leben.

Eine liebevolle Hausaufgabe

Zu dieser Erkenntnis ist Matthias nicht gekommen. Claudia auch nicht. Darum bekamen beide von Alexandra Schwarz-Schilling eine liebevolle Hausaufgabe gestellt. Sie sollten sich morgens vor dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen zehn Minuten lang verbinden, ohne einen Orgasmus zu provozieren. Sie taten es. Matthias drang mit seinem Penis in Claudias Vagina ein und beide spürten sich still, fast ohne sich dabei zu bewegen. Sie hielten sich nur und küssten sich.

Beiden fiel es zu Anfang nicht leicht, diese Übung zu machen, egal ob sie Lust aufeinander hatten oder nicht. Aber nach zwei Tagen spürten sie, dass ihnen diese tägliche Verbindung etwas Großartiges gab. Matthias drang entspannt in seine Frau ein, weil er nicht den Druck verspürte, sie zum Orgasmus bringen zu müssen. Er konnte einfach in ihr die Energie tanken, die er sich wünschte. Claudia fühlte sich durch Matthias’ körperliche Nähe geliebt. Seinen Penis zweimal pro Tag in sich zu spüren, gab ihr einen Halt, der ihr gut tat.

Ekstase-4-b.jpgLebensqualität durch Ekstase

Gerade weil beide den Orgasmus nicht zu ihrem Ziel machten, spürten sie nach ein paar Tagen, wie sich immer mehr sexuelle Energie in ihnen entfaltete. Und nicht nur das: Matthias freute sich darauf, abends nach Hause zu kommen, denn Claudia machte ihm keine Vorhaltungen mehr. Sie sprachen miteinander über das, was wie eine Barrikade zwischen ihnen lag, um es aus dem Weg zu räumen.

Ein paar Wochen nach Beginn der Übung sagte Matthias in einem Coaching-Gespräch gegenüber Alexandra Schwarz Schilling: „Claudia und ich gewinnen Stück für Stück Lebensqualität mit und durch Ekstase zurück.“

Die Psychologin wundert das nicht. Sie sagt: „Diese körperliche Liebe ist so süß, sie schmeckt und tut so gut und macht so nachhaltig satt – sie ist das Paradies auf Erden, aus dem wir uns selber vertrieben haben.“

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