Liebe ART

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Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Wer ist die Schönste im Dreiecksland (Teil III)

Sie versteht solche besonders harten Phasen als „Aufforderung zum Wandel.“ Aber was kann ein eifersüchtiger Mensch verändern?

Christiane Seidenberg erwähnt in diesem Zusammenhang ein geringes Selbstwertgefühl, das mit der Eifersucht immer einhergehe. Wer zur Eifersucht neige, zweifle beispielsweise an seiner Liebenswürdigkeit, mache sich und sein Verhalten schlecht, leide unter der Angst, einen Menschen zu verlieren, sei gesteuert von Neid und komme vielfach zu dem Schluss, äußerlich unattraktiv zu sein. Jeder habe die Freiheit, so die Therapeutin, „an dieser Erfahrung zu leiden oder sie als persönliche Herausforderung zu nutzen.“ Und unter „nutzen“ versteht sie, sich aufrichtig erforschend und klärend unter die Lupe zu nehmen.

Mal völlig ohne Moralin betrachtet

Ein aufrichtiges Erforschen setzt allerdings Offenheit voraus. Darum versteht Christiane Seidenberg den Begriff Eifersucht frei von moralischer Färbung. Und das gilt ebenso für das, was zur Eifersucht führen kann, wie beispielsweise eine Dreiecksbeziehung. Die Sprache erschwere allerdings eine unvoreingenommene Sichtweise. Da gibt es den Untreuen, den Betrüger, den Treuen und den Betrogenen – lauter moralisierende Begriffe.

Mit denen kommt Christiane Seidenberg als Therapeutin aber nicht weiter. Darum sind sie bei ihr tabu, während sie den Blick auf die Möglichkeiten richtet, mit denen sich Zukunft lebendig und freudvoll gestalten lässt.

Auf einmal hatte sie zwei Machos

In der Kurzzeittherapie lernte Linda nicht nur, sich selbst mit Wertschätzung zu sehen. Ihr wurde auch klar, dass sie mit ihrem Liebhaber im Vergleich zu ihrem eigenen Mann nicht unbedingt das große partnerschaftliche Los gezogen hatte. „Sie begriff,“ so die Therapeutin, „dass Roland genauso mit ihr umgeht wie ihr Mann. Der kommt nach Hause, drängt sie an den Kühlschrank und meint in Macho-Manier: ,Hy, Baby, wir wollen doch beide das Gleiche.’“

Linda kann sich mittlerweile mit mehr Wertschätzung sehen. Und weil sie ihren eigenen Wert erkennt, durchschaut sie auch, wie sehr sie sich unter Wert verkaufte, wenn sie erfüllt von Eifersucht in der Dunkelheit um Rolands Haus schlich, um zu sehen, was die Andere ihrem Liebhaber wert ist.

Sex-b.jpgDie Horrorszene des Mannes

Christiane Seidenberg will Klienten, die unter Eifersucht leiden, dazu verhelfen, ihre Opferhaltung aufzugeben und zum, wie sie es nennt, „Lösungstäter“ zu werden. Dabei macht sie allerdings immer wieder die Erfahrung, dass Frauen sich in einer anderen Opferhaltung sehen als Männer. Ihre Klientinnen plagt in erster Linie die Angst, verlassen zu werden und nie wieder einen vergleichbaren Partner zu finden. Was ebenso Not auslöst, ist die Angst, die gemeinsamen Freunde zu verlieren und vor allem das Bewusstsein, belogen worden zu sein.

Als „worst case“ erlebten Männer hingegen in erster Linie die bildliche Vorstellung, „dass ihre Frau Sex mit einem anderen Mann hat.“ Und in einem solchen Fall komme Mann zum Beispiel nicht umhin, sein eigenes Prestigebewusstsein kritisch zu betrachten. (Weiter zu “Fragen bringen Licht ins Dunkel der Eifersucht“)

Comments

  1. fabiana
    April 9th, 2008 | 10:0

    Wenn ich mich hier so durch die artikel lese, finde ich viele themen, die mich selbst schon oft tangiert haben; wie auch dieses thema, die teliebte zu sein, auf abruf zu sein; es mag etliche jahre her sein, vielleicht war ich noch zu jung, naiv und einfach nicht reif genug, MEINEN stellenwert richtig einzuschätzen, jedenfalls kenne ich den zustand, in dem man sich wartend befindet, man alle paar sekunden auf sein telefon starrt und darauf wartet, dass der geliebte sich meldet.
    denn für mich war er mehr als der geliebte, er war jemand, mit dem ich eine beziehung wirklich führen wollte; selbst liiert, trennte ich mich von meinem partner und war frei, frei für den geliebten, doch….der auch liiert, sah es gar nicht ein, sich zu trennen und fand die lösung doch sehr bequem 2 frauen zu haben, mit denen er spielen konnte.

    so war immer ich diejenige, die abwarten musste, die sich nach SEINEN terminen richten musste, meine bedürfnisse dabei wurden eigentlich konsequent ignoriert.

    wenn er kam, dann für eine stunde oder ein paar mehr, gestohlene stunden, wie ich sie immer nannte, und wenn er da war, bei mir fühlte ich mich herrlich, sobald er die wohnung verließ, war mein leben leer und trostlos.

    das genau lebte ich 2 jahre mit, in der zwischenzeit trennte er sich auch von seiner partnerin, kam aber nach kurzer zeit wieder mit ihr zusammen, verheimlichte es mir aber und so kippte das verhältnis von der geheimen mitwisserin die ich ja war, zu der betrogenen.

    als ich gewahr wurde, dass es niemals eine änderung würde geben können, weil er mich auch kategorisch nicht in seiner wohnung haben wollte, dass ich nie spontan zu ihm kommen durfte, erst da machte ich mir klar, dass ich niemals einen stellenwert bei ihm erreichen würde, mich nie bei IHM zuhause fühlen könnte, angenommen, geliebt wie ich bin, stattdessen bekam ich noch vorwürfe zu hören, die wirklich alles andere als charmant waren; mein leben wurde komplett in frage gestellt und zeigte sich im grunde für ihn als unzumutbar und unlebbar,……ich war die 2. geige in einem reigen, der nicht der meine war.

    und so trennten sich dann unsere wege,unwiderruflich, auch die sexuellen höhenflüge, die ich mit ihm durchlebt hatte, bekamen für mich einen bitteren beigeschmack, und alles, was ich einst liebenswert an ihm fand, wich einer gewissen form von ekel. ich konnte mich nicht mehr arrangieren mit dem gedanken, dass ich mich ihm 2 jahre hingegeben hatte, einem mann, der mit mir leichtes spiel gehabt hat, und nach DESSEN pfeife ich eigentlich von beginn an getanzt habe, ständig hoffend, wartend, mails checkend, handy prüfend…..ob da eine nachricht ist, ein lebenszeichen.

    automatisch habe ich von beginn an eine opferhaltung eingenommen, und mich selbst darin gefangen gehalten, aus vermeintlicher liebe, weil ich auch annahm, er sei MEIN MANN, der für mich bestimmt ist; dass das natürlich von beginn an eine farce war, war mir damals nicht bewusst, wie es wohl vielen nicht bewusst ist, die das leben,weil sie mehr für den anderen empfinden….und sobald liebe mitschwingt, wird man auch blind und resistent für das, was vom gegenüber zurück kommt.
    ebenfalls wurde ich von den ängsten geplagt, ihn zu verlieren und nie wieder so einen tollen mann zu finden; was ein irrglaube war.

    als die trennung kam, die ich forciert hatte, war es, als fiele eine tonnenschwere last von mir, als könnte ich zum ersten male wieder richtig durchatmen, und nicht lange danach lernte ich einen wunderbaren mann kennen, der mich liebte und begehrte und der mich vor allem so nahm wie ich war, ohne mich, meine wohnung, oder irgendetwas anderes in meinem leben in frage zu stellen und einen abwertenden blick aufzusetzen als sei ich unter seiner würde.

    nur…..bis an den punkt muss man kommen, zu erkennen, was man da lebt und wie man wirklich selbst leben will.
    ich konnte in der devoten haltung nicht weiter verharren, es hätte mich aufgefressen.
    und seltsamerweise wurde mein geliebter in der trennungsphase eifersüchtig auf andere potenzielle interessenten, er wollte zugleich seine freundin und mich behalten, komme was wolle.

    dass ich ihn dahingehend enttäuschen musste, war mein kleiner triumph am ende und eine riesengroße lehre, sowas nie wieder zu durchleben.

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