Diese Frau kauft sich keiner
Aufrecht, souverän steht sie
in der niederländischen Landschaft,
blickt ihrem Gegenüber mit Stärke
entgegen, so, als sagte sie:
„Komm nur! Aber nur, wenn du
gut zu mir bist. Bring mich ins
Rotieren. Deine Kraft kann mich
nicht schwächen. Ich bin ich, und
ich bin gut wie ich bin!”
Weibliche Herausforderung
Dieser Gedanke kommt mir, wenn ich die Windmühle im rechten Teil des Bildes sehe. Es ist ein Gemälde von Robin
d’Arcy Shillcock (links), einem Künstler, der in Australien geboren wurde, in Mexiko und Indien aufwuchs und heute in den Niederlanden lebt. So bunt wie die Kulturen, die er durchlebt hat, sind die Gedanken, die in ihm sprießen.
Ich habe ihn nicht gefragt, was er sich beim Malen dieses Bildes gedacht hat. Ich habe ihm nur gesagt, was mir als Betrachter dazu einfällt. Shillcock kommentierte meine Gedanken mit einem Schmunzeln. Und dann mit dem knappen Hinweis: „So könnte es sein.“
Alles andere als ein Model

Die Frau und die Windmühle, zwei wesensähnliche Figuren. Die linke scheint zu sagen, was die rechte lautlos spricht.
Diese Frau ist alles andere als ein Model. Sie ist kein Fantasiegebilde des Malers, sondern eine real existierende Persönlichkeit. Mit 63 Jahren zeigt sie sich wie sie ist. Die Form ihrer Brüste ist nicht die, mit der Zeitschriften Auflage machen. Ihre Hüften sind breit, so, als hätte sie mühelos ein paar Kinder zur Welt gebracht. Auffallend ist die Haltung ihrer Hände. Sie stützt sie in ihre Seiten, winkelt ihre Arme wie ein wehrhaftes spitzes Dreieck ab.
Eine Frau mit Erwartungen
Obwohl sie sich vor dem Haus entblößt zeigt, lädt sie nicht ein wie eine Prostituierte. Sie ist abschätzend, stolz, mag sich wie sie ist.
Ihre einzige Kleidung ist ihr Ohrschmuck. Sie fühlt sich schön und will es zeigen. Aber sie erwartet etwas von ihrem Gegenüber.
Ihre Augen sprechen von dieser Erwartung. Sie fordern nicht auf, sondern prüfen selbstbewusst. Ihr Mund ist nicht bereit, jedes Kompliment und jede scheinbar freundliche Geste mit unkritischem Dank zu quittieren. Diese Frau hat auf den Lippen, was die Mühle dem Wind sagt: „Wenn du stark und gut mit mir umgehst, sind wir zusammen ein gutes Gespann!“
Liebe ART-Leser sind gefragt
Dies ist meine spontane subjektive Reaktion auf Shillcocks Bild. Was sagt es Liebe ART-Lesern?
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Das Bild ist gut. Aber der Künstler sollte mal überlegen, ob er nicht in mit dem Medium Fotogfafie besser umgehen könnte. Malerei hat bestimmt eine andere Aufgabe, als mehr oder weniger fotofrafische Effekthascherei auf die Leinwand zu pinseln.
Daniela Vogt
” … photographische Effekthascherei auf die Leinwand zu pinseln.”
Das Internet ist ein wundervolles Kommunikationsmedium aber keines Falls spiegelt es ein Kunstwerk – ein Bild, dass durch die Leinwand, den Rahmen und das Licht in dem es hängt jedesmal eine ganz neue Athmosphäre schaffen kann, wieder. Deshalb möchte ich hier meiner Vor-schreiberin wiedersprechen, was Ihren Kommentar zu dem Werk von Robin d´Arcy Shillcock betrifft.
Mir kommt es so vor, als gefalle Ihnen derText nicht und deshalb greifen Sie das Bild an. Es sei denn Sie haben das Werk im Original gesehen, dann mögen Sie vielleicht Recht haben. Ich habe es nur hier gesehen.
Das Bild an sich hat eine besondere Wirkung, zieht den Blick des Betrachters auf sich und verlangt, dass was ich in solch einem Moment immer denke: ” Jetzt möchte ich es gerne “live und in Farbe” sehen um mir ein wirkliches Urteil – ein Bild vom Bild – über die Qualität und die Arbeit des Künstlers machen zu können.”
Nur nimmt der zum Bild verfasste Text einem schon fast wieder diese Lust. Der Text suggeriert Gedanken und Ideen, die nur in eine Richtung gehen. Das ist schade, denn die Gedanken sollten, gerade beim Betrachten eines Bildes, auch eines Photos übrigends, frei sein. Frei von vorgefassten Meinungen, damit es dem Betrachter möglich ist, seine eigene Meinung zu entwickeln…
Bilder im Netz sollten Lust auf mehr machen. Lust zu sehen, was der Künstler sonst noch malt. Lust gar mal eine Ausstellung von Ihm zu besuchen oder aber Ihn vielleicht sogar persönlich kennen zu lernen.
Dies alles sind die Möglichkeiten, die uns das Intenet bietet, aber verurteilen und kritisieren, dazu ist hier bestimmt der falschest Ort!!!
Sicher aber bietet das Medium die Möglichkeit der Diskussion…
In diesem Sinne,
N.M. Betsch
mir scheint, dass sie sich beide fragen sollten, warum in ihnen bezüglich bild oder text widerstände hochkommen!
ich vermute einfach: spiegelgesetze…
Hallo Andreas,
Danke fur was du geschrieben hast über mein Bild. Ich fand es ganz interessant, auch zu bemerken das es wiedersprüchliche Berichte aufgerufen hat.
Die Frage ob ich besser Fotographie als Pinsel und Farbe anwenden sollte is natürlich eine rein filosofische Frage. Am einfachsten zu beantworten mit: ich bin MALER und KEIN fotograf. Einfacher geht nicht. Ich weis, das in Deutschland man in algemeinem im Kunst ungefähr zehn, fünfzehn Jahre auf Holland hinterlauft. Also ist bei euch der auf Tradition basierte gegenwärtige Realismus in der Kunst nicht von die kulturelle “community” akseptiert so wie es bei uns schon lange ist. Hier, und in England und die Vereinigte Staaten ist Realismus ein weit verbreitetes Phänomän. Natürlich! Man hat sich als Kúnstler nicht darfür zu schämen, sondern nur weitermalen, um schöne Sachen an die Welt hinzu zu fügen. Das Figuration auch in Deutschland aufs wege zurück kommt sieht man auch in die Kunstblätter. Gerade hatten wir in der Kunsthalle von Rotterdam ein grossen Ausstellung über den menschlichen Figur in der Kunst – und es kam aus Deutschland!
Ich wird weitermalen und Frauen, so wie sie sind, so wie ich sie sehe und – von ihnen beeindrückt- präsentieren möchte. Neues Bild kommt bald!
Robin