Weil Küssen den Verkehr behindert
Küssende Menschen werden in
manchen Regionen zur Verkehrsbehinderung.
Genau genommen: zur Straßen-Verkehrs-
behinderung.
Wo Liebende zur Plage werden
Liebende verhalten sich insbesondere vor Bahnhöfen wie eine Plage. Und zwar dann, wenn sie im herzzerreißenden Moment des Abschieds ihre Koffer aufs Straßenpflaster knallen lassen, ihre Arme und Körper ineinander verkeilen, mit ihren Mündern aufeinander herumrutschen, und dabei auch noch alle vier Augen zuklappen, damit sie bloß nicht mitbekommen, wenn sie ganze Autoflotten behindern. Nämlich jene, die nur kurz vor dem Bahnhofsgebäude stoppen wollen, um einen Pendler herausspringen und zum Zug eilen zu lassen.
Solches Szenarium ist ein Problem. Zumindest im nordwestenglischen Warrington. Damit’s künftig kein Problem mehr ist, hat die Gesellschaft “Virgin Rail” (dieser Name ist übrigens kein Witz) ein Verbotsschild aufstellen lassen.
Im Bahnhof dürfen sie
Einer ihrer Sprecher teilte allerdings sensibel differenzierend mit: “Wir haben das Küssen im Bahnhof nicht verboten.” Seine Betonung liegt auf “im”, und damit will er sagen, im Bahnhofsgebäude seien (fast) alle menschlichen Reibereien erlaubt. Nicht jedoch draußen. Wegen des Verkehrs. Und weil ein reibungsloser Verkehr Priorität hat, steht nun vor dem Gebäude, dort wo bislang lieblich verkehrende Menschen standen, ein Schild.
Welchen Verkehr diese rot-weiße Warnung letztlich wie regeln wird, bleibt abzuwarten. Denn schließlich ist kaum etwas so reizvoll wie die Überschreitung eines Tabus.
Foto: “Salzburger Nachrichten”
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Es ist ja direkt ein Wunder, dass diese Regelmentierung nicht den EUrorkraten eingefallen ist. Nach Banankrümmungsbestimmung und anderen kranken Beschränkungen,Verboten und verordnungen wäre das ein neues Highlight aus Brüssel.