Wo bleibt die Leidenschaft?
Was für ein schweres Spiel
wir miteinander treiben!
Bin bald nah, bald bin ich fern
Und hab dich stets ähnlich gern,
Bald lachst du mir verliebt ins Herz,
Bald wird dein Blick für mich zum Scmerz,
Du senkst, mein Werben streng verweisend,
Den freundlichen Madonnenkopf,
Dein schönes Sternenauge
Betrübt und dunkel erdenwärts,
Bis dass ich nichts mehr glaube …
Wo bleibt die Leidenschaft?
Was fehlt an dem Gefühl?
Was für ein dummes, dummes Spiel,
Umwölkt von dunkler Konvention,
Von Etikette, Religion,
Erschwert durch die Unmöglichkeit,
Vom Ideale meilenweit
Ich Armer mit dir, Schöne treib!
Wie wehret Geist sich gegen Leib!
Ich plumper, schwerer Schweizer Keib!
Hans Morgenthaler
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Erich Fried beschreibt die Leidenschaft so wie ich sie empfinde, hier ein Gedicht von ihm:
Drei Wünsche oder einer
Einatmen
nicht nur deine Stimme
nicht nur deine Worte
Spüren
nicht nur was du schreibst
nicht nur was du spürst
sondern dich
Mich nicht nur
dir nahe glauben
sondern dir nahe
sein