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Werden diese Männer unschuldig verurteilt?

Männer: unschuldig verurteilt?Männer, die ständig ihre Partnerinnen
wechseln, würden sich gewiss freuen,
wenn sie behaupten könnten: „Ich kann
nichts dafür. Es liegt an meinen Genen.“
Eine schwedische Studie deutet nun
darauf hin, dass das Erbgut für die
Beziehungsfähigkeit tatsächlich eine
gewisse Rolle spielt.

Männer wie Wühlmäuse

Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm haben Aussagen von 552 Zwillingspaaren und ihren Partnern zu ihrer Beziehung ausgewertet. Alle Probanden waren seit mindestens fünf Jahren in festen Händen.

Darüber hinaus haben die Wissenschaftler bei 1899 Personen untersucht, welche Varianten des so genannten AVPRA1-Gens sie besaßen. Dieses Gen spielt bei bestimmten Wühlmausarten eine wichtige Rolle für die Ausbildung monogamer Beziehungen. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, ob verschiedene Variationen des Gens sich auch auf das menschliche Verhalten auswirken.
Tatsächlich, so berichten sie jetzt im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“, zeigten Männer, die das so genannte 334-Allel des Gens trugen schlechtere Werte als ihre Geschlechtsgenossen.

Ihre Partnerinnen konnten es bestätigen

Und 34 Prozent aller Männer, die zwei 334-Allele besaßen, hatten im vergangenen Jahr eine Ehekrise. Bei jenen, die nur eine oder gar keine Kopie dieser Variante trugen, waren es nur 15 bis16 Prozent. Auch die Aussagen der Partnerinnen deuteten auf einen Einfluss des Gens hin. Von ihnen waren jene am häufigsten unzufrieden, die in einer Beziehung mit Männern lebten, die zwei der genannten Allele in sich trugen.

Mit diesem Ergebnis, so die Wissenschaftler, lasse sich jedoch nicht vorhersagen, welches Bindungsverhalten ein bestimmter Mann zeigen wird.

Von den Genen zum Fehltritt gezwungen?

Die Forschungsergebnisse passen auch zu einer kürzlich veröffentlichten Studie. Die zeigt nämlich, dass das 334-Allel mit einer erhöhten Aktivität der Amygdala zusammenhängt. Diese Hirnregion soll eine wichtige Rolle bei der Paarbindung spielen.

Somit belegt die schwedische Studie einmal mehr, dass Gene menschliches Verhalten beeinflussen. Sie zeigt aber auch, dass sie niemanden dazu zwingen, sich auf eine ganz bestimmte Weise aufzuführen. Denn es stimmt zwar, dass etwa ein Drittel der Männer, die mit zwei 334-Allelen bestückt sind, im vergangenen Jahr eine Ehekrise hatten. Es stimmt aber auch, dass zwei Drittel ihre Partnerschaft krisenfrei erlebten.

Comments

  1. Oktober 6th, 2008 | 09:0

    Wenn es an den Genen liegt brauche ich in Zukunft ja kein schlechtes Gewissen mehr bei einem Seitensprung haben.

  2. Doris
    Oktober 7th, 2008 | 11:0

    Manche Männer haben ja wirklich etwas Tierisches, der Vergleich mit Wühlmäusen ist durchaus erheiternd.

    Im Übrigen die perfekte Ausrede – Achtung Mädels – für den nächsten Schuhkauf.

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