Liebe ART

Sprechen.  Verstehen.  Beziehung schaffen.
Dialog, der Partner schafft.
In jeder Beziehung.



Dialog-Beratung in Text und Gespräch. Themen: Persönlichkeit, Privatleben, Karriere.

Partnertötung “ist nicht unnatürlich”

Es ist nicht die Persönlichkeit, es ist die Situation, die aus Menschen Mördern macht.Zwei Drittel aller Tötungsdelikte in Europa
fallen in die Kategorie „Beziehungstaten“.
Die Annahme, Menschen, die andere umbringen,
müssten krank, wahnsinnig oder gefühllose
Bestien sein, ist ein Trugschluss.

“Dann wäre ich arrogant und dumm”

„Maximal ein Prozent aller Morde weltweit gehen auf das Konto psychisch hochgradig abnormer Täter“, schreibt die Hörfunkjournalistin Dorothee Frank in ihrem Buch „Menschen töten“. Zu töten sei zwar schrecklich, aber nicht „unnatürlich“, behauptet die Autorin. „Egoismus, Angst, Hass, Rache, Machtstreben, Besitzgier sind normale menschliche Verhaltensweisen“, sagt Frank. „Damit solche Antriebe zum Töten führen, braucht es besondere Umstände – aber nicht besondere Menschen.“

Auf den Punkt bringt dies der Leiter eines Frauengefängnisses im Vorwort des Tatsachenromans „Totgeliebt“. Dort schreibt er: „Wenn ich es in meinem Beruf nicht gelernt hätte zu begreifen, dass auch ich in eine Situation geraten kann, die mich hinter Gitter bringt, dann wäre ich dumm und arrogant.“ Mit dieser Äußerung will er kein Verbrechen verharmlosen. Aber solches Denken mindert eigene Vorurteile, und ein möglichst vorurteilsfreies Denken ist notwendig, um zu begreifen, warum Menschen zu Verbrechern werden.

“Ich habe das Schlimmste getan”

„Totgeliebt“ schildert das Leben einer geachteten Frau, die nach 29 Ehejahren ihren Mann erschoss. Das Buch berührt durch die eindringliche Schilderung von Beziehungsalltäglichkeiten und einer Katastrophe, die sich allmählich ihren Weg durch die Fassade einer nahezu perfekt erscheinenden Ehe sucht.

Was der Täterin Mut machte, die Fragen des Autors Andreas Kläne ohne Tabus zu beantworten, ist sein Anliegen: Er will der Öffentlichkeit zeigen, wie es möglich ist, dass eine geachtete und so genannte brave Bürgerin, ein schweres Verbrechen begeht, das ihr niemand zugetraut hat. Über sich selbst sagt sie, sie habe „das Schlimmste getan, was ein Mensch einem Menschen antun kann“ und sich so „zur Unperson gemacht“.

Dorothee Frank spürt in ihrem Buch „Menschen töten“ Affekte, Fantasien und Verhaltensmuster auf, die jeder kennt, „die aber erst in ihrer extremen Überformung zum individuellen Töten führen können oder aber unter extremen politischen Bedingungen massenhaftes Töten möglich machen.

Was bringt sie in die Lage, dieses Tabu zu brechen?

Die Autorin ist der Auffassung, man müsse den Tätern den Nimbus von Ungeheuern nehmen, um begreifen zu können, was in ihnen vorgeht und was sie befähigt, das Tabu des Tötens zu brechen.

Sie selbst hatte Vorbehalte, wenn sie Fachleute sagen hörte: „Die meisten Täter sind normale Menschen – Menschen wie du und ich.“ Als sie solche Menschen dann interviewte, relativierte sich einiges, indem sie zwar „ihre Tat abstoßend fand, nicht aber ihre Persönlichkeit als Ganzes.“

Täter kommen zu Wort

Mit einer Mischung aus Empathie und kritischer Distanz begegnet die Journalistin ihren Gesprächspartnern. Sie sucht nach dem Zusammenhang, in dem Tat und Täter zu verstehen sind, und lässt sie in langen Passagen selbst zu Wort kommen.

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